Extremsport-PR extrem doof

Ich bin bekennender Star-Wars-Fan, auch wenn ich George Lucas noch immer übel nehme, dass er mir mit dem CGI-Desaster, dass er mit Episode I bis III abgeliefert hat, den Spaß an der Sternensaga ein wenig vergällt hat. Ich erwähne das nur, weil ich mir aus “Star Wars” gerne das Bild von der hellen und der dunklen Seite der Macht ausborge, um zu verdeutlichen, warum ich niemals vom Journalismus auf die PR-Seite wechseln werde. Zugegeben, diesem Vergleich ist der vielleicht etwas zu wohlwollende Blick auf den eigenen Berufsstand deutlich anzumerken und beinahe kann ich das zynische Lachen derer hören, die schon ein paar Jahre länger als ich im Geschäft sind. (Hey, laut meiner aktuellen Renteninformation habe ich noch gut über 30 Jahre Zeit, meinen Idealismus zu verlieren.) Und vielleicht tut die damit gleichzeitig zum Ausdruck gebrachte wenig hohe Meinung von der PR-Zunft dem einen oder anderen Vertreter sogar Unrecht – sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht und im Großen und Ganzen ist sie einfach nur unvermeidlich.

In meinem Posteingang bei Xing finde ich gerade diese Mail:

(…) ist Deutschlands führendes Online Extremsport Lifestyle Magazin. Wir möchten LZ/Net gerne unsere Pressemitteilungen zusenden. An welche E-Mail Adresse sollen diese gehen? Wer ist der richtige Ansprechpartner?

Und nun stehe ich vor einer schwierigen Entscheidung: Setze ich die ansonsten recht sympathisch wirkende Absenderin einfach nur davon in Kenntnis, dass ich ernsthafte Zweifel an ihrer fachlichen Kompetenz hege, weil sie sich offensichtlich noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, den gut sichtbaren Link zu LZ|NET anzuklicken und in der Folge nun ein Branchenmedium für Handel und Konsumgüterindustrie mit Mitteilungen aus der Extremsport-Szene zu beglücken beabsichtigt?

Oder finde ich einen Kollegen, der mir kürzlich vielleicht in der Kantine den letzten Wackelpudding vor der Nase weggeschnappt hat und dessen Nervenkostüm ich als Retourkutsche nun mit spannenden Meldungen über Bungeejumping, Wakeboarding und Kitesurfing strapazieren lassen könnte?

Wie gesagt, keine leichte Entscheidung. Hat beides seine Reize.

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