Gut gekaut ist halb verdaut

Dieser Tage habe ich seit langem mal wieder auf der Website meines alten Studienganges vorbeigeschaut (bei dieser Gelegenheit: Herzlichen Glückwunsch, Yuliya!) – und siehe da: Die angehenden Online-Redakteure der FH Köln versuchen sich noch einmal an diesem Blog-Dings. Das von mir angeleiherte EpiBlog hat damals zwar ganz schöne Anfangserfolge gefeiert, fiel dann ja aber leider mangels Beteiligung schon nach wenigen Monaten ins Koma und wurde von mir wieder aufgelöst. Außer den in dieses Blog geretteten Beiträgen ist von diesem ersten gemeinschaftlichen Blogversuch wenig geblieben.

Jetzt also ein zweiter Versuch, das OR06 Watchblog des Jahrgangs 2006. Oha, ein Watchblog also, ganz schön ambitioniert. Unter Sinn & Absicht schreiben die Macher:

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, verschiedene Online- und Offline-Medien zu sichten, interessante Themen aufzugreifen und kritisch zu beleuchten. Wir wollen nicht alles unzerkaut verdauen!

So gesehen dürften die armen Ex-Kommilitonen allerdings noch ordentlich Bauchgrimmen haben. Denn was da bislang zu lesen ist, macht stark den Eindruck, als habe es weder Beißwerkzeuge noch Magensäfte jemals zu Gesicht bekommen. Das sieht alles noch ein bisschen wie das x-te Linkblog aus, das auch nicht mehr als eine unreflektierte Zusammenfassung in fünf Zeilen leistet. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Leute, nicht so zaghaft! Wo bleibt die Kritik, wo die Meinung? Holt das Gebiss aus dem Wasserglas und fangt mit dem Kauen an! Ihr wisst doch: Nur gut gekaut ist halb verdaut.

6 Comments

  • s.klee
    9. August 2007 - 21:15 | Permalink

    tach herr kitzmann,

    ich trau mich kaum zu scheiben, dass ich diesen sinn & absicht text geschrieben habe, wohl auch mit dem hintergrund, dass wir das tatsächlich auch so einhalten werden. doch weit gefehlt…

    deine worte erhellen mein gemüt und ist die erste wahre aussage über den blog, die ich bisher nur gedacht und hier und da heimlich ausgesprochen habe.

    liebe kollegen, genau!: finger aus dem po !

  • 9. August 2007 - 22:15 | Permalink

    Immerhin ist euch ja schon mal gelungen, ein paar Leute zum Mitbloggen zu bewegen – EpiBlog war damals ja leider fast sowas wie eine One-Man-Show. Das Schwierigste liegt also schon hinter euch. Jetzt noch ein bisschen bloggiger – sprich: meinungsstärker – werden, dann kommt die Aufmerksamkeit eigentlich recht schnell. Und dann fängt’s auch an, Spaß zu machen.

  • s.klee
    10. August 2007 - 13:24 | Permalink

    hallo. ich vermute, das wird mit der zeit einschlafen, es sei denn, wir werden weiterhin „gezwungen“. das blöggchen ist nicht von uns initiiert, sondern ein idee eines ex-studenten. steht ja alles im impressum. von daher bezweifle ich, dass die vielfalt der artikel konstant bleibt bzw. sich mehr meinungen herausbilden. ich hab in diesem blog so meine themen gefunden. aber auch da gibt es probleme mit dem redigierteam. ich hatte da schon so meine diskussionen mit diversen leuten. aber ich versuche mich auch darin, meinen miniartikeln mehr persönlichen touch zu verleihen.

    meine motivation ist seit dem sterben des forums auch ein wenig flöten gegangen. privat steh ich ganz woanders mit ganz anderen themen. auch deshalb ein grund, warum ich bei dir nur angemeldet bin, aber nicht schreibe. alles themenabhängig.

    grüsse

    das Klee

  • 10. August 2007 - 14:27 | Permalink

    Das deckt sich mit den Erfahrungen, die ich bei EpiBlog gemacht habe – und noch immer halte ich es für ein ziemliches Armutszeugnis für einen journalistischen Studiengang, wenn man die Studenten praktisch zum Schreiben zwingen muss. Umso unverständlicher in einem Blog, das ja noch viel mehr (um nicht zu sagen: alle) schreiberische Freiheiten gewährt. Da müsste sich David vielleicht auch mal fragen, ob ein „Redigierteam“ nicht grundsätzlich der Natur des Bloggens widerspricht und vielleicht auch motivationshemmend wirkt. Aber um das beurteilen zu können, weiß ich zu wenig über die Intention eures Watchblogs.

  • s.klee
    20. August 2007 - 14:47 | Permalink

    ich weiss auch nicht. die leidenschaft zu schreiben, hab ich nur bei wenigen entdeckt.
    aber die erfahrung hast du sicherlich auch schon gesammelt. liegt sicherlich auch daran, dass viele in ihren studentenjobs gar nicht schreiben.

    es ist eigentlich bei jeder ausbildung so: „hab ich angefangen, damit ich etwas habe“ aber es gibt auch leute, die das angefangen haben, weil sie es wirklich wollten. manche von denen mussten wieder aufhören, weil es einfach zu teuer ist (!). meist sind das die leute, die die ausbildung wirklich gebrauchen können.

    whatever… mach weiter so !!

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