Heidelberger, “Engländer” und das Klickdingsbums

Dass der Begriff Web 2.0 allem Hype zum Trotz selbst unter Internetnutzern nur leidlich bekannt ist – die Zahlen schwanken zwischen 6 Prozent und 37 Prozent Bekanntheit – ist ja nun nichts neues. Insofern wundert es nicht, dass es dem Business-Trainer Helge Thomas bei den Vorbereitungen zu einem Netzwerk-Abend zum Thema praktisch nicht gelungen ist, in der Heidelberger Fußgängerzone auch nur einen Passanten aufzutreiben, der den Begriff halbwegs einsortieren konnte:

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Heißt das nun aber zwangsläufig, dass das Web 2.0 deshalb kaum genutzt und völlig überschätzt wird?

Ganz und gar nicht, würde ich behaupten. Kleines Beispiel: Ich habe schon seit Jahren so einen verstellbaren Gabelschlüssel in meinem Werkzeugkasten, den ich irgendwann mal bei meinem Vater abgestaubt habe. Das Ding kommt schon seit Ewigkeiten ganz selbstverständlich bei allen größeren Schrauben zum Einsatz – und kam es auch schon lange bevor mir jemand erklärte, dass man so ein praktisches Werkzeug gemeinhin als “Engländer” bezeichnet. Ich als heimlicher Tim-Taylor-Erbe hatte es bis dahin einfach nur das Schraubdingsbums genannt – und es funktionierte trotzdem prima. Manches lässt sich eben ganz intuitiv benutzen, auch ohne dass man genau weiß, wie es eigentlich heißt. Und gerade das ist ja eben auch die Stärke dessen, was O’Reilly irgendwann mal eher flapsig Web 2.0 getauft hat: Es funktioniert auch, wenn ich es Klickdingsbums nenne.

6 Comments

  • 17. März 2007 - 20:02 | Permalink

    Und dass diese Umfragen vermutlich ganz anders aussehen würden, wenn man denn nur mal nach der Bekanntheit der spezifischen Tools fragen würde, die lediglich unter dem Oberbegriff Web 2.0 subsummiert werden, lässt dieses Video ja erahnen: YouTube war dem ein oder anderen durchaus geläufig, ähnliches dürfte wohl für StudiVZ, Wikipedia, XING, MySpace und wie sie alle heißen gelten.

  • 18. März 2007 - 11:43 | Permalink

    Hallo Marco, Du hast vollkommen Recht. Viele sind schon “drin” im Web 2.0 und wissen nicht, dass das so genannt wird. Letztlich ist es auch gar nicht so wichtig, wie man das nennt – auch wenn das “making of” meines videos einen grßen spaß gemacht hat ;-)

    Wichtig ist doch, das wir Menschen die Chancen erkennen, die vor unter unseren Fingern liegen erkennen und nutzen (das kennst du sicher auch: http://www.cluetrain.de). So entstand (neben meinen vielen Einzelgesprächen täglich) auch die Idee zu der Veranstaltung mit dem Einstieg über das TUN!

    Würde mich freuen, wenn wir uns mal über den Weg laufen, bin zur Zeit regelmäßig in Weinheim (und frage mich immer noch, ob wir uns nicht irgendwo her kennen…).

    Liebe Grüße
    Helge

  • 18. März 2007 - 12:12 | Permalink

    Sieht man dem Video auch an, dass es Spaß gemacht hat – erinnerte mich so ein bisschen an die raab’schen Straßenbefragungen ;)

    Ach ja: Persönlich sind wir uns noch nicht begegnet – aber wir haben sozusagen eine gemeinsame Bekannte…

  • 19. März 2007 - 17:19 | Permalink

    jeder nutzt es, keiner kennt es…

    nettes Video! Mehr davon ;)

    Ich liebe es wenn Leute auf offener Strasse fragen gestellt bekommen. Da sind manchmal voll die geilen Antworten dabei! Besonders von alten Leuten :>

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