Heidelberger, "Engländer" und das Klickdingsbums
Dass der Begriff Web 2.0 allem Hype zum Trotz selbst unter Internetnutzern nur leidlich bekannt ist – die Zahlen schwanken zwischen 6 Prozent und 37 Prozent Bekanntheit – ist ja nun nichts neues. Insofern wundert es nicht, dass es dem Business-Trainer Helge Thomas bei den Vorbereitungen zu einem Netzwerk-Abend zum Thema praktisch nicht gelungen ist, in der Heidelberger Fußgängerzone auch nur einen Passanten aufzutreiben, der den Begriff halbwegs einsortieren konnte:
eingebunden mit Embedded Video
Heißt das nun aber zwangsläufig, dass das Web 2.0 deshalb kaum genutzt und völlig überschätzt wird?
Ganz und gar nicht, würde ich behaupten. Kleines Beispiel: Ich habe schon seit Jahren so einen verstellbaren Gabelschlüssel in meinem Werkzeugkasten, den ich irgendwann mal bei meinem Vater abgestaubt habe. Das Ding kommt schon seit Ewigkeiten ganz selbstverständlich bei allen größeren Schrauben zum Einsatz – und kam es auch schon lange bevor mir jemand erklärte, dass man so ein praktisches Werkzeug gemeinhin als “Engländer” bezeichnet. Ich als heimlicher Tim-Taylor-Erbe hatte es bis dahin einfach nur das Schraubdingsbums genannt – und es funktionierte trotzdem prima. Manches lässt sich eben ganz intuitiv benutzen, auch ohne dass man genau weiß, wie es eigentlich heißt. Und gerade das ist ja eben auch die Stärke dessen, was O’Reilly irgendwann mal eher flapsig Web 2.0 getauft hat: Es funktioniert auch, wenn ich es Klickdingsbums nenne.