Netzeitung liest sich selbst nicht

Die Netzeitung hat heute eine durch Moderator Niels Ruf erwirkte Gegendarstellung veröffentlicht:

Aus gegebenem Anlass finden Sie im folgenden eine Gegendarstellung von Niels Ruf.

«Im Rahmen des Internetauftritts www.netzeitung.de veröffentlichten Sie am 12.10.2007 einen Artikel mit der Überschrift ‘Ist der Ruf schon ruiniert…’, in welchem Sie behaupten, Ich hätte’auf Viva mit derben Scherzen etwa über ‘Lampenschirme aus Menschenhaut’ Aufsehen erregt’.

Hierzu stelle ich fest: Ich habe keine Scherze über ‘Lampenschirme aus Menschenhaut’ gemacht.

Berlin, 24.10.2007»

und räumt reumütig ein:

Niels Ruf hat Recht. Die Redaktion.

Das ist bitter. Vor allem, wenn man das durch eine Recherche im eigenen Online-Archiv ganz leicht selbst hätte herausfinden können. Dort wäre nämlich der Artikel “Viva kündigt Niels Ruf” vom 14.6.2001 zu finden gewesen, in dem es heißt:

(…) Anlass für die Kündigung ist ein Bericht in der «Bild»-Zeitung, die dem für seine geschmacklosen, teils brachialen Äußerungen bekannten Moderator immer wieder gern ein Plätzchen in ihrer Klatschrubrik einräumte.

Am 7. Juni nun berichtete die Klatschreporterin Katja Kessler überraschend von irgendwelchen Ruf-Witzeleien über «eine hautkrebskranke Kollegin, Tod und Lampenschirme aus Menschenhaut» hätten beim Sender für «Sprachlosigkeit» und «blankes Entsetzen» verursacht und den Senderchef Dieter Gorny erzürnt.

Wenig später hatte Rufs Produktionsfirma Weltruf zwar mitgeteilt, dass die «Bild»-Zeitung «die Unwahrheit» verbreitet habe und Ruf «und gegebenenfalls auch Viva» juristisch gegen die «Verleumdungskampagne» vorgehen wolle. Außerdem wies man darauf hin, dass der von der «Bild» so plötzlich herbeigeschriebene Skandal auf einen zwei Jahre alten Scherz in der Redaktion zurückgehe. Doch genutzt hat es nichts.

Bei der Netzeitung anscheinend auch nicht.

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