Hitiki – Open Travel Project
Noch ein Web 2.0-Projekt, das in den Startlöchern steht: Im Dezember soll Hitiki online gehen, ein multilingualer Online-Reiseführer. Multilingual – und multikulturell. Hitiki ist nämlich ein deutsch-indisches Startup, das seinen Hauptsitz in Bangalore, Indien, hat, zur Zeit wohl aber vor allem von deutschen Trainees vorangetrieben wird. Das Wort “Hitiki” selbst ist polynesisch und bedeutet soviel wie “Gemeinschaft” – klar, was die Startupper damit zum Ausdruck bringen wollen. Verraten die Macher aber auch nochmal im Hitiki-Blog, das schon seit Februar über das Open Travel Projekt informiert:
Hitiki means togetherness and team spirit.
It means exchanging things, thoughts and support, giving and taking and working together.Hitiki is an open travel project in which we create an unique travel guide on the internet by the help of our Hitiki editors around the globe. Information and knowledge, ideas and opinions found on the Hitiki websites are all written and donated by travellers that are willing to share their experience with others and therefore became Hitiki-editors. They make up the community of Hitiki editors who do not only write basic information and articles about every single part of this world but also travelogues and reviews about what they have seen and discovered on their journeys and trips.
Wodurch sich Hitiki von anderen Reise-Wikis wie wikitravel.org oder virtualtourist.com abheben will? Dazu wollte mir Fiene Gassner, die seit September bei Hitiki in Bangalore arbeitet, eigentlich aber aus meiner Geburtsstadt Mannheim kommt, so kurz vor dem Launch nichts verraten. Schade. Müssen wir uns wohl noch ein paar Tage gedulden, bis es offiziell losgeht.
Die Flop 10 der Web-Übernahmen
James Nicholson hat in seinem Blog die Top Flop 10 der katastrophalsten Web-Übernahmen aller Zeiten gekürt. Die zwei Kriterien, an denen er die miesesten Web-Akquisitionen misst:
-
Sie waren maßlos teuer
-
Sie passen nicht zur langfristigen Unternehmensstrategie des Käufers
Gut und gerne 28.540.000.000 Dollar wurden demnach in den letzten acht Jahren von den Großen der Branche in Internet-Unternehmen gesteckt, die sich bis heute nicht ausgezahlt haben – und es vermutlich niemals werden.
10. Hotmail – Von Microsoft 1998 für 400 Millionen Dollar gekauft
9. Skype – Von eBay 2005 für 2,6 Milliarden Dollar gekauft
8. MySimon – Von CNET 1999 für 700 Millionen Dollar gekauft
7. BlueMountain.com – Von Excite@Home 1999 für 780 Millionen Dollar gekauft
6. Lycos – Von Terra Networks 2000 für 4,6 Milliarden Dollar gekauft
5. Netscape – Von AOL 1998 für 4,2 Milliarden Dollar gekauft
4. GeoCities – Von Yahoo 1999 für 3,56 Milliarden Dollar gekauft
3. Excite – Von @Home 1999 für 6,7 Milliarden Dollar gekauft
2. AOL – 2000 mit TimeWarner fusioniert
1. Broadcast.com – Von Yahoo 2000 für 5 Milliarden Dollar gekauft
Zu den Begründungen einfach bei James Nicholson selbst nachlesen. Skype, obwohl ja eine der beliebtesten und erfolgreichsten VoIP-Lösungen, ist in die Liste gerutscht, weil sich nicht erkennen lässt, wie es sinnvoll in das bekannte eBay-Geschäft integriert werden könnte.
Liebe Online-Redakteure der FH Köln …
… wenn ich auch nur einen von euch dabei erwische, wie er sich auf dieses “Volontariat” bewirbt, setzt es was!
Via netzausfall
Online-TV: DuMont zündet dritte Stufe
Der kölsche Verlag DuMont Schauberg macht in Sachen Online-TV kräftig Druck: Erst gab’s in Stufe 1 bewegten Einheitsbrei aus der Zoomin-Dose beim Kölner Stadtanzeiger, dann entwickelte Thomas Kemmerer mit seiner Online-Truppe in einer zweiten Stufe ein eigenes Boulevard-Fernsehformat auf EXPRESS.DE – jetzt ist wieder der Stadtanzeiger dran: Seit Mittwoch versorgt eine eigene Internetfernseh-Redaktion aus Diplom- und Online-Journalisten die Webgemeinde mit lokalen und regionalen Nachrichtenvideos:
Das Herzstück des neuen “žksta-tv” ist “žrheinblick” – eine moderierte Nachrichtensendung, die über lokale und regionale Ereignisse berichtet. Aktuelle Videos oder Fotos, das regionale Wetter und Termin-Tipps für Kurzentschlossene werden von Montag bis Freitag ab 16 Uhr ins Netz gestellt. Die Dauer der Nachrichtensendung beträgt rund vier Minuten.
Für andere klappern [Update]
Komisch: Da veranstaltet mein Studiengang gemeinsam mit EINSTIEG einen Schreibwettbewerb für Schüler und junge Nachwuchsjournalisten zum Thema “Web 2.0″ – aber weder auf unserer Website online-redakteure.com noch auf der Institutsseite der FH Köln findet sich auch nur der kleinste Hinweis darauf?
Seltsam. Und hinterher beschweren sich wieder alle über die dürftige Beteiligung. Naja, dann übernehme ich mal stellvertretend das Klappern – das Thema Web 2.0 und die Fragestellung
Wird das WWW zur Konkurrenz für den traditionellen Journalismus? Nutzt ihr Medien anders als vorher? Wie bewertet ihr Informationen von traditionellen Medien im Vergleich mit spiegel.de und dem Nachrichtenwert von Blogs und Foren?
sprühen zwar nicht unbedingt vor Kreativität, aber okay.
Angesprochen werden Schüler und Jung-Journalisten zwischen 16 und 25 Jahren. Zu gewinnen gibt es einen Tag in der Online-Redaktion von denkwerk, eine Webcam sowie Web 2.0-Fachbücher. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2007. Alle Details auf der EINSTIEG-Seite.
[Update 10.11.2006, 12:17 Uhr] Geht doch.
Veeker-Schnelltest
So, jetzt hab’ ich das mal ausprobiert. Video mit mit meinem Nokia 6234 aufgenommen und als MMS an v@veeker.com geschickt. Nur so (oder per Einladung von einem anderen Veeker) kann man sich überhaupt registrieren. Dann auf der Veeker-Startseite die eigene Handy-Nummer eingeben – ist das Video angekommen, wird man zur Registrierung weitergeleitet. Erster Stolperstein: Als Areacode nicht “+49″, sondern “0049″ vor die Nummer setzen.
Bei der Registrierung zeigt sich dann: Noch ist Veeker wohl allein für den US-Markt konzipiert – andere Länder sind im Dropdown der Länderauswahl nicht zu sehen. Entsprechend bietet das Auswahlfeld “Wireless Carrier” auch nur US-Mobilfunkanbieter. Wofür das überhaupt gebraucht wird? Keinen Schimmer.

Daraus folgert, dass Veeker beim Eingabefeld für die eigene Handy-Nummer die US-Landesvorwahl “+1″ automatisch einsetzt. Mal schauen, ob Veeker weitere Videos von meinem Handy so überhaupt auch korrekt meinem Profil zuordnen kann. Werde ich dann auch mal testen.
Tja, und so sieht der Veeker-Player dann aus:
Klarer Nachteil: Damit man überhaupt ein Video per MMS verschicken kann, muss es so klein sein, dass sich damit wohl nur noch wenig Sinnvolles anfangen lässt.
Mobile Vlogging mit Veeker
Mit Vlogging habe ich mich bislang ja noch nie wirklich beschäftigt. Liegt vielleicht an der Kamerascheu des schreibenden Journalisten, der sich lieber hinter als vor der Kamera aufhält.
Auf Mobilecrunch wird heute aber ein neuer Video-Service namens Veeker vorgestellt, den ich extrem spannend finde: Veeker agiert nämlich als Bindeglied zwischen Handy-Videokamera und Website (z.B. einem Blog). Das soll wohl so funktionieren, dass der User auf seiner Website einen Player einbindet, an den Veeker dann automatisch die Videoclips ausliefert, die der User mit seiner Kamera aufgenommen und per E-Mail an Veeker geschickt hat.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Video muss nicht mehr in einem Zwischenschritt bei YouTube, Sevenload und Co. hochgeladen und manuell ins Vlog eingebunden werden, sondern der Vlogger filmt drauf los, drückt aufs Knöpfchen und kurz darauf können seine User mit nur ein paar Minuten Verzögerung den Videobeitrag im Vlog ansehen. Ziemlich sexy, was sich mit so einem “Live-Vlogging” alles anstellen ließe.
Weil Theorie ja aber so langweilig ist, werde ich das jetzt einfach mal selbst probieren und dann berichten, ob und wie das in der Praxis funktioniert.
Wie Wikipedia – nur besser
… soll die neue Online-Ezyklopädie Citizendium werden. Der Name verrät schon: Auch hier sollen wieder die (Web-)Bürger in die Tasten hauen, um das Wissen der Welt zu archivieren und zugänglich zu machen. Gründer ist Larry Sanger, einst Mitgründer der Wikipedia und inzwischen deren größter Kritiker. Wie Citizendium besser werden soll? Indem diesmal nur mit Namen und E-Mai-Adresse angemeldete User mitmachen dürfen und alle Artikel von einer Redaktion gegengelesen werden.
Beim Elektrischen Reporter gibt’s einen Video-Beitrag zum Citizendium:
Broadband Video Ad
Es braucht keine Kristallkugel um vorherzusagen, dass das Bewegtbild die nächste Zukunft des Webs entscheidend beeinflussen wird. Noch nicht ganz so klar war bislang aber, wie mit Video-Inhalten Geld verdient werden kann. Ein Problem, dass die Macher von YouTube elegant lösten, indem sie es einfach für einen riesen Batzen Kohle an Google verkauften. Eine erste Lösung, Online-Videos intelligent mit Werbeinhalten zu verknüpfen und diese auch steuer- und messbar zu machen, kommt nun aber nicht wie vielleicht erwartet von Google – sondern von Tomorrow Focus:
Ab nächster Woche setzt Tomorrow Focus eine neue Technologie für Video-Werbung ein, um Werbefilme in redaktionellen Videos auf Focus.de einzublenden. Schritt für Schritt wird die Technologie auf weiteren Portalen wie Max, TV Spielfilm oder Cinema eingeführt.
[...]
Das Besondere an der Technologie sei die intelligente Auslieferung der Video-Anzeigen [...]. Der Adserver bestimmt, wie oft ein Nutzer Werbeclips sieht und er beherrscht regionales sowie verhaltensbasiertes Targeting. Zu Beginn wird pro Nutzer nur ein Werbespot ausgestrahlt, um die Zuschauer nicht durch zu viel Werbung zu verprellen. Die Videoredaktion kann Werbeeinblendungen zu Filmen mit sensitiven Inhalten, zum Beispiel Nachrichten von Katastrophen oder Kriegen, ausschließen.
Als erster Kunde hat Opel “Broadband Video Ads” gebucht.
Mal schauen, wann und in welcher Form Google/YouTube, Sevenload und Co. nachziehen.
Wo bleibt das Positive? Hier kommt es!
Fünf Jahre ist es schon wieder her, da habe ich mit Peter2.0 und einigen anderen versucht, den Sturmböen zu trotzen, die das Platzen der Dotcom-Blase entfesselt hatte. netbusiness sollte Optimismus verbreiten, zeigen, dass es auch in der schlimmsten Krise erfolgreiche Web-Startups geben kann: “Wo bleibt das Positive? Hier kommt es!” war unser Schlachtruf.
Eines Morgens erreichte mich in der Redaktion ein Anruf aus Hannover: “Sie sind doch immer auf der Suche nach erfolgreichen Geschäftsideen im Web, oder? Wir verkaufen online Reifen und haben die Logistik dank Internet so optimieren können, dass wir soundsoviel Prozent günstiger anbieten können!” Autoreifen übers Internet, das war 2001 so exotisch, dass wir das Geschäftsmodell in unserem Ressort “Konzepte” vorstellen wollten. Der Termin in Hannover war schon unter Dach und Fach, da kam uns leider die Insolvenz des Verlags dazwischen. Die Geschichte landete im Nirvana.
Heute nun lese ich bei internetworld.de: “Delticom: Online-Reifenhändler geht an die Börse”
Schön, dass wir damals den richtigen Riecher hatten.
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