Blog

Wie naiv können Verlage eigentlich sein?

Foto: Brendan Lynch

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten

Man muss kein ausgewiesener Apple-Skeptiker sein, um sich über die grenzenlose Begeisterung der Verlagswelt für iPhones und iPads nur wundern zu können. Zu erklären ist sie wohl nur mit der Verzweiflung einer Branche, der selbst keine Lösung einfallen will, wie den seit Jahren rückläufigen Auflagenzahlen beizukommen ist. Wie praktisch ist es da also anzunehmen, dass ein anderer das für einen übernommen haben könnte. Nicht nur, dass Apple mit iPhone und iPad überhaupt erst einen Markt geschaffen hat, den es bislang noch gar nicht gab. Der Konzern hat ihn auch noch nahtlos mit einem weitgehend hermetisch geschlossenen Vertriebs- und Abrechnungssystem verwoben, das möglich macht, wovon Medienhäuser seit Jahren phantasieren: Geld für Inhalte kassieren. “Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet”, hallelujahte Springer-Vorstand Matthias Döpfner deshalb kurz nach der Einführung des Apple iPad (übrigens eine merkwürdige Form von Religiösität, die Döpfner da zum Ausdruck bringt).

Nun stellt sich – an der empörten Reaktion der Verlage gemessen offenbar völlig überraschend – heraus, dass Apple sein iUniversum wohl doch nicht erschaffen hat, um verzweifelten Zeitungshäusern aus der Patsche zu helfen. read more »

Blog

Apps-olut brauchbar: Nützliche Android-Helfer für Journalisten

Android-Apps für JournalistenWer im Web nach praktischen Apps sucht, die Journalisten in ihrer Arbeit unterstützen können, findet eine ganze Reihe von Empfehlungen – für das iPhone. Wer dagegen ein Smartphone mit Googles Android-Betriebssystem sein eigen nennt, schaut weitgehend in die Röhre. Dabei gibt es für den Androiden inzwischen auch eine ansehnliche Zahl funktionaler Apps, die uns Journalisten das Leben erleichtern können, wenn es mal schnell gehen muss und Notebook und sonstiges Equipment im falschen Flieger stecken. Allerdings, auch das sei erwähnt, kommen einige der genannten Apps noch nicht ganz an den Funktionsumfang ihrer iPhone-Pendants heran.

Eine Auswahl an Anwendungen, die ich für unterschiedliche Aufgabengebiete für brauchbar und empfehlenswert halte, habe ich hier zusammengestellt. Wer selbst Ergänzungen hat oder bessere Alternativen zu den vorgestellten Android-Apps kennt, darf sich gerne über die Kommentare am Ausbau dieser Liste beteiligen. Ich versuche, sie regelmäßig zu aktualisieren und zu erweitern. read more »

Blog

Was Sie schon immer nicht wissen wollten, hin und wieder aber trotzdem fragen

Wir Blogger sind selbstgefällige Klugscheißer, die als einzige verstanden haben, wie die Welt funktioniert, und die  sich deshalb das Recht herausnehmen, zu allem und jedem ungefragt ihren Senf dazu zu geben.

Wer, wenn nicht wir Blogger, wäre also überhaupt in der Lage, das Internet zu einem schlaueren Ort zu machen? Eben.

Vielleicht hatte Jochen Mai denselben Gedanken, als er in seiner Karrierebibel die Blogparade “Mach das Web zu einem schlaueren Ort!” ins Leben rief. Wahrscheinlich aber eher nicht. Trotzdem klingt sein Aufruf nach einem riesen Spaß:

Machen Sie mit und mit mir das Internet zu einem schlaueren Ort. Suchen Sie sich die zehn (oder mehr) seltensten Fragen, mit denen Menschen zu Ihrem Blog finden – und beantworten Sie diese. Ob ausführlich, kompetent, humorvoll oder ironisch ist letztlich egal. Hauptsache unterhaltsam. Machen Sie Ihre Webseite zu einem Ort, an dem noch offene Fragen endlich beantwortet werden.

Da bin ich dabei – und schon geht’s los mit den zehn seltensten Fragen, die Menschen auf mein Blog geführt haben:

Kann man im StudVZ kursiv schreiben?

- Als ich das letzte Mal dort war, schien es sogar Grundvoraussetzung zu sein, Schräges zu schreiben.

Youtube wer hat das gemacht?

- Die von Ricola waren’s jedenfalls nicht.

Woher stammt der Name Kitzmann?

- Von Papa.

Wo wird das Web gemessen?

- An seiner dicksten Stelle.

Wo sind die Zahlen?

- Verflixt, gerade waren sie doch noch da…

Wo ist jemand hin der sich verschluckt hat?

- Genau weiß ich’s nicht, aber ich vermute stark, dass das Sich-Selbst-Verschlucken mindestens einen Riss im Zeit-Raum-Gefüge verursacht, durch den der Sich-Selbst-Verschluckte in ein Paralleluniversum … äh… flutscht. Genaueren Aufschluss dürften aber eingehende Beobachtungen dieser Schlange bringen:

Oder anders ausgedrückt: Er ist weg.

Was verdient Kai Diekmann?

- Nicht wenige werden wohl sagen: Einen kräftigen Tritt in den Ar…

Wieso heißt das Werkzeug Engländer Engländer?

- Heißt es gar nicht. Es heißt Schraubdingsbums.

Wie werde ich Wetterfrosch?

- Ein Patentrezept gibt es hierfür wahrscheinlich nicht. Schlecht sitzende Polyesteranzüge samt schlampig gebundener Krawatte, ein Zauselbart und der Verzicht auf medienwirksame Sex-Skandale scheinen sich rückblickend aber als förderlich zu erweisen.

Wie darf ich mich als Bachelor nennen?

- Bachelor.

Warum Privatsphäre?

- Lieber Mark Zuckerberg, diese Frage solltest du vielleicht besser an Frau Aigner stellen.

Und wieder ist das Internet ein Stückchen schlauer.

Blog

Völlig schmerzbefreit

Zwei Tage nachdem Vitali Klitschko seinen Gegner Shannon Briggs nach allen Regeln der zweifelhaften Kunst seines Sports zusammen- und ins Krankenhaus geprügelt hat, ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob dieses Ereignis am Samstagabend denn nun Boxkampf oder doch vorsätzliche Körperverletzung gewesen sei. Die Presse hat jedenfalls nicht an drastischen Worten gespart, die heute vom Online-Portal des Internetzugangsproviders T-Online.de auch fleißig zusammengetragen und zu einem eigenen kleinen Artikel geformt wurden.

Garniert mit Zitaten wie “Boxen am Rande des Totschlags” (20Minuten.ch), “legalisierter Körperverletzung” (Frankfurter Rundschau), “Schlagkrafttraining am lebenden Objekt” (Spiegel) spricht T-Online darin selbst von einer “brutalen Ringschlacht” und stellt natürlich auch die Frage, die nun offenbar unisono von jedem gestellt werden muss: “Hätte der Kampf abgebrochen werden müssen?”

Der Autor beantwortet diese Frage nicht. Aber hätte er es getan, hätte sie ehrlicherweise wohl lauten müssen: “Nein. Bloß nicht.”

Oder wie ist es sonst zu erklären, dass gleichzeitig mehrfach im Text verteilte Links für Videos und Bildstrecken mit den “Höhepunkten des Kampfes”  und den “besten Szenen des Kampfes” werben, während die eingeklinkten Boxen einfach nur versprechen:

Ein merkwürdig feixender Unterton, den der übrige Artikel so bekommt. Aber das dürfte bei T-Online wohl eher keine Rolle spielen.

Blog

Ein herrlicher Herbst-Talk…

Da ist doch tatsächlich der neueste “Simon’s Cat”-Clip an mir vorbeigegangen! Schon seit über einer Woche online und ich finde ihn erst jetzt. Wem’s genauso geht – hier ist er:

Hat eigentlich irgendwer das Wortspiel im Titel erkannt?