Multimediale Darstellungsformen
stehen im Mittelpunkt des 4. Frankfurter Tag des Online-Journalismus am 6. März. Titel der Veranstaltung: Textstrecken, Tonspuren, Bildströme – Neues Arbeiten im Multimedia-Web. Nach 2006 werde ich dieses Jahr mal wieder dabei sein und mir anhören, in welcher Form (bewegte) Bilder und Ton Einzug in die Online-Redaktionen halten. In den letzten Tagen habe ich mich im Rahmen unseres Messeblogs damit ja selbst wieder beschäftigt, weshalb es hier auch gezwungenermaßen mal wieder etwas ruhiger zugehen musste. Mal sehen, was wir an Anregungen für LZ|NET mitnehmen können.
Wer nicht richtig kaut, verschluckt sich eben
Seit August verfolge ich sporadisch, wie sich das angebliche Watchblog der angehenden Online-Redakteure der FH Köln so entwickelt. Und was soll ich sagen: Es ist nach wie vor gruselig. Und wenn es sich überhaupt entwickelt, dann nur zurück. Anstatt sich innerhalb dieses halben Jahres seit meiner damaligen Kritik dem selbst gesteckten Ziel “verschiedene Online- und Offline-Medien zu sichten, interessante Themen aufzugreifen und kritisch zu beleuchten” Schritt für Schritt anzunähern, haben die künftigen Online-Journalisten inzwischen lieber den formulierten Anspruch den Wirklichkeiten angepasst. Ergo: nach unten geschraubt. Unter Sinn & Absicht schreiben die Studenten heute:
Lesen, sehen oder hören wir etwas Bemerkenswertes zu den Themen Web-Design, Multimedia, Online Journalismus, Online Medien, Public Relations, Usability, Web 2.0 oder Web-Business, schreiben wir einen Eintrag in unseren Blog.
Die einzelnen Beiträge geben verkürzt wieder, was sich in der Medienwelt abspielt und unter Umständen ein besonderes Augenmerk verdient. Knapp und kompakt informiert der OR-Blog über das aktuelle Geschehen im Web. Um Hintergründe und Ausführliches zum Thema eines Eintrages zu finden, folgt man einfach dem Link und gelangt zur jeweiligen Quelle.
Zum Vergleich – im August stand an gleicher Stelle noch:
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, verschiedene Online- und Offline-Medien zu sichten, interessante Themen aufzugreifen und kritisch zu beleuchten. Wir wollen nicht alles unzerkaut verdauen!
Nun weiß ich nicht wirklich, was David Kratz, der das Projekt als Lehrbeauftragter verantwortet, mit dem OR06-Watchblog ursprünglich beabsichtigt hat. Gut möglich, dass er seinen Studenten nur die technische Seite des Content-Managements mittels Weblog-Software vermitteln will und die Inhalte selbst von eher nachrangiger Natur sind. Davids Background als Webdesigner, Online-Marketer und Usability-Spezialist und seine Zuständigkeit im Curriculum des Studiengangs für Markup Languages, CMS und Content-Projekte lässt das sogar recht wahrscheinlich erscheinen, zumal er journalistisch bislang eher weniger auffällig geworden ist. Das könnte also eine Erklärung sein. Die andere ist zweifellos, dass die Studenten nicht freiwillig bloggen, sondern dazu verdonnert wurden, wie eine Studentin schon damals in den Kommentaren bemerkte.
ABER.
Abwesenheitsnotiz
Bin grad nicht hier, sondern da. Nur für den Fall, mich vermisst jemand. Aber ich komme wieder. Versprochen.
(Pssst… noch ein kleiner Insider-Tipp insbesondere für Fußball-Fans: Ein Besuch drüben im Messeblog könnte sich durchaus lohnen. Sonntagabend mehr. Nein, nicht hier. Drüben. Und ab Donnerstag dann wieder hier. Alles klar?)
Obenauf
Endlich hab’ ich’s schwarz auf weiß dunkelbräunlich auf milchkaffeebräunlich: Bloggende Journalisten stehen in der Blog-Nahrungskette gaaaaaanz oben!
Schluss damit, jedem erklären zu müssen, woher ich mir das Recht nehme, alles und jeden in Grund und Boden bloggen zu dürfen. Statt einer Antwort gibt es in Zukunft nur noch einen Link auf die “Hierarchie der deutschsprachigen Blogosphäre” von Christian Hayungs und Peter Kröner. Danke!
Nicht schön, aber unnütz
Wenn die Wirtschaftswoche ihre Website wiwo.de relauncht und außer dem pflichtschuldigen Wiederkäuen der Pressemitteilung ist webweit praktisch nichts darüber zu lesen – heißt das nun, dass die Wiwos einfach alles richtig gemacht haben? Oder doch nur, dass es irgendwie niemanden so richtig interessiert, was die im Internet treiben? Was gegen erstere Annahme sprechen könnte, sind die vereinzelten Kritikpunkte, die schon der Website-Check von DWDL aufwirft. Oder auch die paar Kleinigkeiten, die mir bislang aufgefallen sind. Nix schlimmes, aber verbesserungsfähig. Eine kleine Website-Kritik:
Die Wirtschaftswoche will zum Beispiel wissen, was ihre Leser von ihren Artikeln hält. Aber auch wieder nicht so genau, als dass sie Leserkommentare zulassen würde. Statt dessen muss ein einfaches Voting reichen:

Über Sinn und Unsinn eines derart aussagekräftigen Feedbacks für die Redaktion ließe sich möglicherweise noch diskutieren. Die ungefähr vollkommene Nutzlosigkeit für den Leser lässt sich dagegen kaum wegdiskutieren, denn außer der Anzahl der bisher abgegebenen Bewertungen liefert dieses Tool dem Leser tatsächlich keine weitere Information. Keinen Durchschnitt der bisherigen Bewertungen. Nix. Und trotzdem klebt dieses Voting überall auf wiwo.de. Nicht nur über und unter jedem Artikel, sondern auch noch gleich neben jedem Teaser. Und auch dort samt Direktlink zum Voting. Damit man schon nach Lesen des dreizeiligen Teasers ohne Umweg über die Lektüre des vollständigen Artikels sogleich darüber abstimmen kann, ob man eben diesen Artikel denn nun eigentlich interessant fand. Oder womöglich interessant gefunden hätte. Seltsames Ding jedenfalls. Weiterlesen »
Morgen kommt der Mickolaus…
Wenn ich mir die Fotos unseres spontanen Fotoshootings so anschaue, bin ich sicher: Mick kann dem ganzen Weihnachtstrubel auch nicht so viel abgewinnen. Eben ganz der “Papa”

Trotzdem: Wir Ich wünsche euch allen frohe Weihnacht und erholsame Feiertage!
Und wer sehen will, wie Mick seine Kopfbedeckung wieder losgeworden ist – hier gibt’s noch ein kleines Video vom Mickolaus: Weiterlesen »
Ich glotz TV 2.0
Heute Abend wird guten Gewissens in die Röhre in die Flüssigkristalle geschaut: Ab 20:15 Uhr sind Franzi Bluhm, Thomas Knüwer, und Daniel Fiene wieder live auf Sendung und präsentieren “Blogger 2007 – der Jahresrückblick”. Und da ich annehme, dass die Drei nicht einfach nur stumpf meinen eigenen Rückblick abkupfern, wird das bestimmt ein lustiger Fernsehabend 2.0. Daneben wird auch noch gleich der “Goldene Blogger” verliehen. Also: Reinzappen, mitmachen.
Rückblick: Die Säue des Jahres 2007

Was ist des deutschen Bloggers liebster Zeitvertreib? Säue durch Kleinbloggersdorf treiben, richtig. Auch 2007 gab es wieder etliche kleinere Schweinereien und einige größere Sauereien, die in der Blogosphäre für Aufruhr gesorgt haben. Hier meine – völlig subjektive – Top 10 der “Säue des Jahres 2007″* mit einer kurzen Zusammenfassung, was eigentlich passiert war:
- Die technosexuellen Fakeblogger von Coty
Was war passiert? Die Riechwasser-Produzenten Coty beauftragen die Frankfurter Internet-Agentur dkd mit einer Spam-Kampagne für ein neues Calvin-Klein-Parfüm. Fünf Kunstfiguren müllen daraufhin deutsche A-Blogs zu – und ziehen den Zorn (und ein paar gesalzene Rechnungen) von ganz Kleinbloggersdorf auf sich und ihre Auftraggeber. Coty versteht die Aufregung nicht und verharmlost seine schleichwerbenden Wildplakatierer als “Online-Telenovela im Blogformat”. - Die Virus-Schleudern aus dem Hause StudiVZ
Was war passiert? Die Werber von Aimaq Rapp Stolle Interactive verbreiten für das holtzbrincksche Skandalportal drei Viral-Spots, die jenseits aller geschmacklichen Grenzen auf die existierenden StudiVZ-Gruppen “Dicke Kinder sind schwerer zu entführen”, “Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg” und “Geile Frauen scheißen nicht” anspielen. - Callactive, 9live und Co.
Was war passiert? Hier geht’s eigentlich um weit mehr als das gewöhnliche Sautreiben: Stefan Niggemeier und andere werden nicht müde, die mehr als dubiosen Praktiken der diversen Call-In-Anrufsendungen zu dokumentieren. Auch gegen inzwischen erhebliche juristische Widerstände. Im Kielwasser dieser Auseinandersetzung ficht Stefan fast schon nebenbei auch noch einen Strauß um die Diskussionskultur im Web aus. Wird auch 2008 noch beschäftigen. Weiterlesen »
Operation am offenen RSS-Herz
Ja, ja, sieht gut aus … Nein, nochmal zurück, jetzt hat’s die Anführungszeichen zerschossen! Schon besser, weiter … ja, noch ein Stück … die Umlaute kommen schon 1a … weiter, fast geschafft … SUPER, jetzt passt’s auch mit den Anführungszeichen, gute Arbeit!
Prima, liebes Presseteam der Coca-Cola GmbH, euren kleinen ‘ÄÜÖtest der “anführungs”-zeichen’ habt ihr fein hinbekommen. Aber in Zukunft trotzdem bitte wieder offline am RSS-Feed rumbasteln, okay?

Und falls ihr nur testen wolltet, ob wir denn auch lesen, was ihr so in den RSS-Äther pustet: Ja, tun wir.
Täglich grüßt die Copy-Cat
Das Land der Dichter und Denker ist heute ein Reich der Nachahmer. Die Reihe an Beispielen für deutsche Webklone ist schier endlos
schrieb Helmut Merschmann gestern in seinem Artikel “Gut kopiert ist halb gewonnen” über Web-2.0-Plagiate auf manager-magazin.de. Wie recht er doch hat: Aktuell sucht deutsche-startups.de das “Startup des Jahres”. Und was machen die Jungs von Gründerszene.de? Ne Copy-Cat. Herrlich. Will nicht noch ein Dritter? Einer von den Samwer-Brüdern wäre wohl noch für einen Juryposten zu haben.
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