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WAZ geht ab?

Irgendwann im Juni hat die WAZ aus Essen ja angekündigt, den alten Muff aus dem eigenen Webangebot pusten zu wollen und eine Internet-Offensive zu starten: “Bis zum Jahresende haben wir Blogger in allen 28 Lokalredaktionen und zehn Redakteure in der Online-Mantelredaktion”, verkündete Chefredakteur Ulrich Reitz im Spiegel. Für das Online-Projekt “WAZ-live” wurde die Hamburger Journalistin Katharina Borchert, besser bekannt unter ihrem Blogger-Pseudonym Lyssa, als Chefredakteurin gewonnen.

Aufmerksam beobachtet werden die Internetaktivitäten der WAZ seitdem nicht nur in den Medien und der Blogosphäre, sondern jetzt auch auf Mitarbeiterebene: Mit WAZsolls ist kürzlich das anonym geführte Blog eines WAZ-Redakteurs gestartet, der öffentlich ein bisschen darüber plaudert, was sich hinter den WAZ-Kulissen webtechnisch so abspielt:

Jetzt geht das mit dem Internet schon wieder los… und sorgt diesmal für Aufregung in den Redaktionen. Da sind zum einen die Bedenkenträger: “žWir graben uns doch selbst das Wasser ab. Was hat die ganze Bloggerei mit Journalismus zu tun? Wen wollen wir damit denn erreichen?” […]

Doch die Front weicht auf. Außer dem Kollegen “žber” gibt es immer mehr WAZler die selbst einmal das Internet anwerfen und auf die Reise durch die Bloggosphäre gehen. “žDa kann ja doch was dran sein. Vielleicht können wir so zeitungsferne Schichten erreichen. Die Schnelligkeit des Mediums hat etwas für sich.”

Mal sehen, wie sich das bis zum Start von “WAZ-live” entwickelt. In der Zwischenzeit könnte der WAZsolls-Blogger mal den Trackback-Link seiner Posts einblenden. Und auch ein Datum über den Beiträgen auf der Startseite wäre fein.

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Wie webzwonullig sind deutsche Zeitungs-Websites?

Alexander Svensson vom Wortfeld nimmt sich die Online-Angebote deutscher Tageszeitungs-Verlage vor und untersucht sie auf ihre Web2.0-Tauglichkeit. In einem eigenen Wiki sammelt Alexander dazu die Features der Websites der 101 wichtigsten deutschen Zeitungen. Abgefragt wird u.a.: Hat das Angebot einen RSS-Feed? Dürfen Leser die Artikel kommentieren? Führen Redakteure eigene Blogs? Bietet die Website Podcasts oder Videoinhalte an?

Ehe Alexander eine Auswertung vornehmen kann, ist er aber auf die Mithilfe der Community angewiesen – also schnell reinklicken und den Eintrag der eigenen Tageszeitung bearbeiten! Ein gutes Drittel der 101 Angebote ist so bereits erfasst. Ich habe mir z.B. den Eintrag meiner Regionalzeitung Mannheimer Morgen vorgeknöpft – das morgenweb.de hatte ich hier ja eh schon auf Webzwonulligkeit getestet.

Nachgebessert gehört z.B. noch der Eintrag vom Kölner Stadt-Anzeiger und auch die Kölnische Rundschau wurde noch nicht bearbeitet.

Via onlinejournalismus.de

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Verwirrung um den Klinsmann-Käfer – vor allem bei stern.de

Bei stern.de hat man’s wohl gerne ein bisschen geheimnisvoller: Nachdem gestern um 18:07 Uhr die dpa-Meldung “Klinsis Käfer bei Internet-Auktion auf Berg- und Talfahrt” über den Ticker reinkam, war die Meldung heute bei mehreren Online-Medien nachzulesen. Unverändert. Das war stern.de aber offenbar zu langweilig – also wurde Am Baumwall 11 in Hamburg jemand damit beauftragt, eine spannendere Überschrift zu texten und an die Meldung noch flugs einen Vorspann anzuflicken. Tadaa! Und so sieht das dann aus:
Klinsmann-Käfer
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Was nix kostet…

Als hätte Peter2.0 mich gehört, erklärt er heute Morgen das Prinzip der Anzeigenschaltung auf turi2.de. Als Vorteile seiner vollmundig “Anzeige2.0″ getauften Blog-Werbung führt Peter2.0 dabei genau die Punkte auf, die ich bereits herausgestrichen hatte:

  • Anzeigen bei turi2 können in beliebiger Textlänge geschaltet werden
  • Anzeigen bei turi2 bleiben – falls nicht anders gewünscht – für unbeschränkte Zeit online
  • Anzeigen bei turi2 haben eine eigene Webadresse. Dadurch können sie von Google gefunden und von Bloggern verlinkt werden

Zudem sind die Anzeigen während einer Übergangsphase praktisch kostenlos zu haben – der Anzeigenkunde darf nach der Schaltung selbst entscheiden, “ob und wieviel er für die Anzeige zahlen will”. Dazu wäre es für potenzielle Kunden allerdings bestimmt interessant zu wissen, wieviele Leser turi2.de denn so erreicht. Ein paar Zahlen zu Visits und Page Impressions wären da sicher hilfreich (Nachtrag: Ups, sehe grad: “…derzeit knapp 500 Besuchern pro Werktag” – wenigstens ein grober Anhaltspunkt). Und wie war nochmal der Spruch: “Was nix kostet…”?

Und noch einen Haken – und keinen kleinen, wie ich finde – hat die Sache, wenn man einen Blick auf die Einschränkungen wirft:

Die Redaktion darf Anzeigen ändern oder ablehnen.

Ob sich das ein Werbekunde gefallen lässt?

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turi2.de macht den Next Step

Bei der allmorgendlichen Lektüre von heute2.0 auf turi2.de – diesmal mit einem schadenfrohen Ätschi-Bätsch-Beitrag über den korrekten Artikel vor dem frisch vom Duden adoptierten Begriff “Blog” – ist mein Auge gerade an etwas blauem hängengeblieben: Schau an, mein Ex-Chef macht den Next Step und verkauft verschenkt jetzt also auch Anzeigen auf seinem bloggigen Branchendienst für Medienmacher. Und so sieht das aus:

Turi2-Anzeige

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