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Peinlich, peinlich: Zu früh kommen

Gute Idee: Als Online-Redakteur in einer großen Sportredaktion den Spielbericht vom WM-Viertelfinale Deutschland – Argentinien so weit vorbereiten, dass bei Abpfiff nur noch das Endergebnis eingesetzt werden muss.

Schlechte Idee: Im CMS zu früh aufs Publish-Knöpfchen zu klicken.

Das war gestern auf sport.ard.de zu lesen – Minuten bevor Deutschland Argentinien im Elfmeterschießen besiegte…

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Okay, dass sport.ard.de-Autor Christian Hornung seinen Text schon vorab geschrieben hat, ist unter dem Zeitdruck, gerade den Bericht vom deutschen WM-Spiel so schnell wie möglich publizieren zu können, nachvollziehbar und sicherlich Usus in allen ernstzunehmenden Sportredaktionen. Ich war selbst ein halbes Jahr als Prakti bei Sport1, da lief das an jedem Bundesligaspieltag genau so. Auch, dass ihm der Klickfinger ein bisschen zu früh zuckte, ist zwar sicherlich peinlich, im Eifer des Gefechts aber gerade noch entschuldbar. Und er hat’s ja auch ganz schnell korrigiert.

Aber: Dass Christian Hornung in seinem Dummy so pessimistisch vom Ausscheiden der deutschen Nationalelf ausging, finde ich geradezu em-pö-rend! Ja,weiß der denn nicht: …54, 74, 90, 2006 ja so stimmen wir alle ein! Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein!

Via Jens lese ich gerade, dass Tagesschau.de ein ähnlich peinliches Missgeschick passiert ist. Vielleicht sollten die ÖR-Onliner ja mal eine Selbsthilfegruppe für Zufrühkommer gründen.

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Aufgeweckt in den Tag – aber die Zukunft verschlafen?

zeitung.crispynews.comVor kurzem habe ich meiner Regionalzeitung Mannheimer Morgen (Slogan: “Aufgeweckt in den Tag”) ja den Relaunch ihres Webangebots morgenweb mit einigermaßen Schmackes um die Ohren gehauen und ihn mit “Nicht Fisch, nicht Fleisch. Sondern Käse” abgeurteilt. Gerieben hatte ich mich in meiner Kritik unter anderem an der Selbstdefinition “Das Nachrichtenportal der Region”, die sich in der Gestaltung der Website kaum wiederfinden lässt. Dass die Unterzeile zwischenzeitlich in “Das Nachrichtenportal RheinNeckar” geändert wurde, ändert daran wenig. Im Online-Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft persoenlich.com gibt der Berner Medienwissenschaftler Roger Blum nun regionalen Tageszeitungen ein paar Empfehlungen für die Zukunft mit auf den Weg, die man sich in der Mannheimer Dudenstraße mal in Ruhe zu Gemüte führen sollte, ehe man zwar “aufgeweckt in den Tag” startet, aber die Zukunft verschläft. Thomas Pleil hat sie folgendermaßen auf den Punkt gebracht: read more »

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Bloga Fett, Internet-Kopfjäger

Bloga Fett
Bloga Fett – Kopfjäger im Internet

Sie ist eine neverending Story, die Debatte, ob Blogs denn nun eine Gefahr für den traditionellen Journalismus sind oder nicht. Sie wurde schon vor Jahren geführt. Und wird es immer noch. Da sind gewisse Ermüdungserscheinungen eigentlich kein Wunder, wenn wieder mal einer hergeht und versucht, das Verhältnis zwischen Bloggern und Journalisten zu (er)klären. Matthias Armborst hat’s trotzdem gemacht – und für seine Studie “Kopfjäger im Internet oder publizistische Avantgarde” erwartungsgemäß auch Prügel einstecken müssen. Auch mal nur für eine Pressemitteilung zu seinem Buch, die gar nicht er, sondern das herausgebende Netzwerk Recherche verbrochen hat.

Erwartungsgemäß auch, dass ausgerechnet Blogger bzw. bloggende Journalisten die Prügel austeilen, weil sie die “unfruchtbare Gegenüberstellung von Weblogs und Journalismus schon längst als irrelevant in die Besenkammer den Mediengeschichte verbannt” haben. Erwartungsgemäß – und blöd. Blöd, weil die Studie primär eigentlich gar nicht Blogger bzw. bloggende Journalisten anspricht, sondern Journalisten, die mit Blogs nicht so viel am Hut haben. Steht schließlich schon im Untertitel: “Was Journalisten über Weblogs und ihre Macher wissen sollten”. Was das ist, fasst Armborst am Ende seines Buches in zwei Sätzen zusammen: read more »

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Nicht Fisch, nicht Fleisch. Nur Käse.

morgenweb.deFast hätte ich’s nicht bemerkt, aber der Mannheimer Morgen – mein Lokalblatt, bei dem ich mir inzwischen vor beinahe genau zehn Jahren meine ersten kargen Honorare als freier Mitarbeiter zusammengeschrieben habe – hat heute still und leise seine neue Website morgenweb in Betrieb genommen. Ein vorsichtiger Relaunch, möchte ich mal sagen. Das Design ist nicht mehr ganz so knallblau wie zuvor, die Navigation ist von der linken Vertikalen in die Horizontale gewandert – viel spektakulärer ist das aber auch nicht. Muss ja auch nicht. Zentraler war wohl die barrierefreie Gestaltung, auf die auch die ausführende Agentur Xmedias (eine 100%ige Tochter des MM-Verlagshauses) extra hinweist. Ganz gut gelungen, wie mein Schnelltest mittels barrierefinder.de ergab – zumal David uns ja schon erklärt hat, dass es “barrierefrei” eigentlich gar nicht gibt, sondern nur “barrierearm”. read more »

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Netzeitung sucht 20 Millionen Content-Sklaven

Die gute Nachricht: Endlich kommen all die arbeitslosen Journalisten von der Straße – und schätzungsweise 19.785.482 weitere Bundesbürger ohne Job können auf Redakteur umsatteln. Denn:

Die Netzeitung sucht 20 Millionen Redakteure

Die schlechte Nachricht: Leben wird davon keiner der 20 Millionen können. read more »

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