Erst dachte ich ja, der schwedische Möbeldealer übt sich in seinem Werbeprospekt, das letzte Woche in meinem Briefkasten lag, tatsächlich in Selbstironie:

Ikea: Schön gruselig!
Aber anscheinend waren die Ikeaner eher unfreiwillig komisch und haben inzwischen auch selbst gemerkt, dass der Satz leicht missverstanden werden könnte – auf der Homepage wird nämlich noch folgende, ein wenig holprig daher kommende, Erklärung nachgeschoben:
Zum gruseln ist hier aber wirklich nur der Film,
denn bei unseren Einrichtungslösungen für dein
Wohnzimmer kommt nur Freude auf!
Ach sooooooo…
Sehe ich das richtig? irgendwann im Juli telefoniert der Aktionskünstler Johannes Kreidler mit der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), um sie darauf vorzubereiten, dass er aus Protest gegen das in Deutschland geltende Urheberrecht beabsichtigt, am 12. September eine Werksanmeldung für ein 33-sekündiges Musikstück mit insgesamt 70.200 Einzelnachweisen für die verwendeten Fremdzitate einzureichen. Und heute, einen Tag vor der Aktion und nachdem sich der arme Kerl gute sechs Wochen lang beim Ausfüllen der 70.200 Anmeldebögen einen akuten Schreibstarrkrampf mit offener Sehnenscheidenentzündung geholt haben dürfte, teilt ihm die GEMA per Pressemitteilung folgendes mit:
Gesonderte Anmeldeformulare für jedes genutzte Originalwerk sind allerdings nicht erforderlich. In Fällen, in denen die Formularvorlage hierfür nicht ausreichen sollte, besteht die Möglichkeit, der Anmeldung eine entsprechende Anlage beizufügen.
Natürlich ist mir klar, dass es Kreidler zu demonstrativen Zwecken eben genau um diese schiere Menge an Formularen ging. Das schadenfrohe Kichern des kleinen Teufelchens auf meiner Schulter will deshalb trotzdem nicht verstummen.
[via]
Tags: Aktionskunst, Gema, Johannes Kreidler, Urheberrecht
Jetzt mal ein bisschen Echtzeit-Lokaljournalismus: In direkter Sichtweite von meinem Fenster hier im Verlag brennt eine leerstehende Fabrik. Riecht etwas streng und sieht so aus:


Tags: Feuer, Frankfurt, Rebstöcker Straße

Haaaaalllooooooo, Max von Adical Adnation! Vor über einem Jahr hast du versprochen, etwas zu bauen, damit Adical- Adnation-Banner nur dann geladen werden, wenn euer Ad-Server diese auch tatsächlich ausliefern kann. Kaum ist Adical Adnation wieder am Start, rödelt sich mein Firefox aber schon wieder zu Tode, weil er auf den Blogs eures Netzwerks vergeblich versucht, Banner von server.adnation.de bzw. anzeigenlieferant.de zu laden. Vielleicht kommst du langsam mal in die Pötte. Das nervt nämlich immer noch. Danke.
[Update 9.7.2008, 12:38 Uhr] Geht wieder. Trotzdem sollte das technisch anders gelöst werden, indem der Adnation-Banner zum Beispiel generell als letztes geladen wird.
[Update 10.7.2008, 11:39 Uhr] …und wieder nicht.
Ich bin bekennender Star-Wars-Fan, auch wenn ich George Lucas noch immer übel nehme, dass er mir mit dem CGI-Desaster, dass er mit Episode I bis III abgeliefert hat, den Spaß an der Sternensaga ein wenig vergällt hat. Ich erwähne das nur, weil ich mir aus “Star Wars” gerne das Bild von der hellen und der dunklen Seite der Macht ausborge, um zu verdeutlichen, warum ich niemals vom Journalismus auf die PR-Seite wechseln werde. Zugegeben, diesem Vergleich ist der vielleicht etwas zu wohlwollende Blick auf den eigenen Berufsstand deutlich anzumerken und beinahe kann ich das zynische Lachen derer hören, die schon ein paar Jahre länger als ich im Geschäft sind. (Hey, laut meiner aktuellen Renteninformation habe ich noch gut über 30 Jahre Zeit, meinen Idealismus zu verlieren.) Und vielleicht tut die damit gleichzeitig zum Ausdruck gebrachte wenig hohe Meinung von der PR-Zunft dem einen oder anderen Vertreter sogar Unrecht – sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht und im Großen und Ganzen ist sie einfach nur unvermeidlich.
In meinem Posteingang bei Xing finde ich gerade diese Mail:
(…) ist Deutschlands führendes Online Extremsport Lifestyle Magazin. Wir möchten LZ/Net gerne unsere Pressemitteilungen zusenden. An welche E-Mail Adresse sollen diese gehen? Wer ist der richtige Ansprechpartner?
Und nun stehe ich vor einer schwierigen Entscheidung: Setze ich die ansonsten recht sympathisch wirkende Absenderin einfach nur davon in Kenntnis, dass ich ernsthafte Zweifel an ihrer fachlichen Kompetenz hege, weil sie sich offensichtlich noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, den gut sichtbaren Link zu LZ|NET anzuklicken und in der Folge nun ein Branchenmedium für Handel und Konsumgüterindustrie mit Mitteilungen aus der Extremsport-Szene zu beglücken beabsichtigt?
Oder finde ich einen Kollegen, der mir kürzlich vielleicht in der Kantine den letzten Wackelpudding vor der Nase weggeschnappt hat und dessen Nervenkostüm ich als Retourkutsche nun mit spannenden Meldungen über Bungeejumping, Wakeboarding und Kitesurfing strapazieren lassen könnte?
Wie gesagt, keine leichte Entscheidung. Hat beides seine Reize.
Tags: PR