Peter2.0 hat 'ne Supermeise
Peter2.0 hat ‘nen Superstar. Glaubt aber, Diekmann-mäßig für ganz Deutschland sprechen zu dürfen. Darf er aber nicht. Oder wenigstens nicht für mich. Deshalb hab’ ich meinen eigenen Superstar: Mit Erscheinen der neuesten Deutschen Blogcharts vom 2. Mai hat er das unsägliche Schlämmer-Blog sowie McWinkel und wirres.net hinter sich gelassen – herzlichen Glückwunsch an Thomas Knüwers Indiskretion Ehrensache! Weiterlesen »
Wenn ich mal kurz vorstellen darf…
…das ist Mick:

Schaut noch ein bisschen ängstlich in die Welt – wenn man die aber erst seit knapp drei Wochen kennt, darf man das auch noch.
Wer sind Ben und Stephan?
Und warum werden sie heute in der Netzeitung von jemandem gegrüßt, der sich selbst offenbar für das Ergebnis eines Experiments hält?


Hach ja, RSS-Feeds können manchmal so gnadenlos sein…
In der Nase gebohrt. Nix gefunden.

Mag’ mir vielleicht mal jemand erklären, warum es das next big thing sein soll, sich freiwillig dem Belanglosigkeiten-Bombardement von twitter, texteln, frazr, wamadu, faybl und jetzt auch noch 1you auszusetzen? Gerne auch in nur 160 Zeichen?
Mir erschließt sich die Faszination jedenfalls auch mit dem vierten fünften Klon noch nicht. Aber in irgendwas muss sie ja bestehen, sonst würden diese Dinger mit den immer unaussprechlicheren Namen doch wohl nicht schneller aus dem Boden schießen, als sie selbst frisches Geschnatter in den Äther jagen können, oder? Also: Warum ist es wichtig zu wissen, dass bei Mirsad “langsam der Hunger kommt”, Hannah “erst mal richtig wachwerden und dann lernen” muss und Andrea “jetzt gleich zum Friseur fährt”?
Bis zur Klärung dieser Fragen halte ich mal meine Einschätzung aufrecht, dass dieses internette Hintergrundrauschen einfach nur quamiso ist: Quatsch mit Soße.
(R)Adicales Zahlengeschubse
Eins vorweg: Ich hab’s eigentlich nicht so mit Zahlen. Kleinkarierte Krämerseelen, bei denen jeder statistische Wert bis auf die 28. Stelle hinterm Komma genau sein muss, lösen bei mir regelmäßig Brechreiz Mitleid aus. Will sagen: Meine Toleranzschwelle für großzügiges Runden liegt ziemlich niedrig, in meinem Job wahrscheinlich manchmal sogar zu niedrig. Wenn Thomas Knüwer im Handelsblatt heute aber folgendes über das haeusler-lobo’sche Blog-Werbenetzwerk Adical schreibt, ohne es noch einmal kritisch zu hinterfragen oder zu überprüfen, dann wundere ich mich schon ein bisschen:
Monatlich sei ein knapp vierstelliger Euro-Betrag pro dauerhaft gebuchtem Banner realistisch, glaubt Lobo. Voraussetzung: 2000 Leser am Tag, was die meisten Weblogs mitbringen, die bei Adical mitmachen.
(Hervorhebung von mir)
2000 Leser am Tag? Sorry, das kommt mir doch ein bisschen sehr großzügig gerundet vor. Ich kenne zwar nicht jedes der rund 30 adicalen Blogs – aber dass die meisten von ihnen mehr als 2000 Leser pro Tag haben sollen, scheint mir einer genaueren Überprüfung kaum standhalten zu können. Und weil die meisten den Blogscout-Counter einsetzen, lässt sich mit ein bisschen Fleißarbeit recht schnell überblicken, wieviele Visits die Blogs des Adical-Netzwerks tatsächlich verzeichnen:
Blumiges Symbolfoto
Quasi als Ergänzung zu Stefan Niggemeiers Mini-Serie “Super-Symbolfotos” – ein blumiges Beispiel aus der Vogue, die Themen unter der Gürtellinie fantasievoll zu bebildern weiß:

Und weil die Frage, wie ich denn bloß auf dieser Seite gelandet bin, unweigerlich kommen wird: Ich habe Wissenslücken nach Lektüre dieser Gossip-Meldung über Scarlett Johansson aufgefüllt! EHRLICH!
Die Studie zum Video
Vor einer Woche ging’s hier um die Bekanntheit des Begriffs Web2.0 – Helge Thomas hatte dazu eine kleine, nicht-repräsentative Passantenbefragung in der Heidelberger Hauptstraße gemacht und als Video bereitgestellt. Wie bestellt liefert flying sparks nun die passende Studie zur Bekanntheit von Web2.0, Blogs und einzelner Web2.0-Services in Deutschland, Frankreich und Goßbritannien nach. Demnach
- gewinnt der Begriff “Web2.0″ zunehmend an Popularität
- hat sich in Deutschland der Bekanntheitsgrad von YouTube beinahe vervierfacht
- genießen Blogs im Ländervergleich in Deutschland die geringste Awareness
via Basic Thinking
Spiegel.de befreit seine Inhalte
Im Zuge der Social-Bookmarks-Einbindung bei Spiegel Online kam in den Kommentaren heute die Frage auf, wie das eigentlich mit dem spiegel’schen Paid-Content-Modell zusammenpasst. Die offizielle Antwort: Gar nicht.
Bei turi2.de erklärt SpOn-Boss Mathias Müller von Blumencron postwendend, dass die Bezahlschranke bereits abgeschafft wurde – und alle bestehenden Inhalte ab 2005(?) rückwirkend sukzessive aus den Paid-Content-Ketten befreit werden:
Wir haben unsere Politik bereits geändert – und das können Sie gern
kommunizieren. Spiegel-Online-Artikel werden innerhalb der nächsten Wochen entpreist – zwei Jahre zurück. Neue Artikel werden bereits jetzt nicht mehr bepreist. Ausgenommen davon sind die Artikel der Print-Ausgabe. Die sind indes ohnehin nur über das kostenpflichtige E-Paper abrufbar. Lediglich eine Handvoll Print-Artikel streuen wir noch unter der Woche ins freie Produkt.
Spätzünder
So schnelllebig ist das Web – ob mit oder ohne Zwonull: Es ist erst ein paar Wochen her, da schrieb ich, dass der “Startschuss zur Einbindung von Social-Bookmark-Diensten auf deutschen News-Sites” gefallen sein müsse. Und heute werden die Spätzünder schon müde belächelt: Als einen “kräftigen Tritt aufs Gaspedal 2.0″ bezeichnet Peter2.0 nicht ohne Ironie die Bemühungen von Spiegel Online, verlorenen Web2.0-Boden nun ebenfalls durch Einbindung bunter Social-Bookmark-Knubbel wettzumachen.

Google-Radl
Na, da wird sich mein Ex-Kommilitone, der Herr “Search Quality Coordinator”, aber sicher freuen: Zum Frühlingsanfang gab’s von Google Europe nämlich einen feschen Drahtesel geschenkt. Und warum? Das erklärt Googles Europa-Häuptling Holger Meyer:
Wir wollen nicht nur neue Technologien für Internetnutzer einführen, sondern auch neue Angebote für unsere Mitarbeiter. Wir denken, dass diese fantastischen Fahrräder dazu beitragen werden, dass Googler ["¦] gesund bleiben, ihre Stadt besser kennenlernen und die Umweltbelastung durch ihren Arbeitsweg verringern
Sehe allerdings gerade, dass der Herr “Search Quality Coordinator” wohl erst im April im Dubliner Headquarter aufschlägt? Da würde ich mich an seiner Stelle ja ärgern… Aber jede Wette, dass die ersten Google-Bikes demnächst bei eBay aufploppen.
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