

Was ist des deutschen Bloggers liebster Zeitvertreib? Säue durch Kleinbloggersdorf treiben, richtig. Auch 2007 gab es wieder etliche kleinere Schweinereien und einige größere Sauereien, die in der Blogosphäre für Aufruhr gesorgt haben. Hier meine – völlig subjektive – Top 10 der “Säue des Jahres 2007″* mit einer kurzen Zusammenfassung, was eigentlich passiert war:
- Die technosexuellen Fakeblogger von Coty
Was war passiert? Die Riechwasser-Produzenten Coty beauftragen die Frankfurter Internet-Agentur dkd mit einer Spam-Kampagne für ein neues Calvin-Klein-Parfüm. Fünf Kunstfiguren müllen daraufhin deutsche A-Blogs zu – und ziehen den Zorn (und ein paar gesalzene Rechnungen) von ganz Kleinbloggersdorf auf sich und ihre Auftraggeber. Coty versteht die Aufregung nicht und verharmlost seine schleichwerbenden Wildplakatierer als “Online-Telenovela im Blogformat”.
- Die Virus-Schleudern aus dem Hause StudiVZ
Was war passiert? Die Werber von Aimaq Rapp Stolle Interactive verbreiten für das holtzbrincksche Skandalportal drei Viral-Spots, die jenseits aller geschmacklichen Grenzen auf die existierenden StudiVZ-Gruppen “Dicke Kinder sind schwerer zu entführen”, “Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg” und “Geile Frauen scheißen nicht” anspielen.
- Callactive, 9live und Co.
Was war passiert? Hier geht’s eigentlich um weit mehr als das gewöhnliche Sautreiben: Stefan Niggemeier und andere werden nicht müde, die mehr als dubiosen Praktiken der diversen Call-In-Anrufsendungen zu dokumentieren. Auch gegen inzwischen erhebliche juristische Widerstände. Im Kielwasser dieser Auseinandersetzung ficht Stefan fast schon nebenbei auch noch einen Strauß um die Diskussionskultur im Web aus. Wird auch 2008 noch beschäftigen. Den ganzen Beitrag lesen »
Tags: Abmahnung, Adical, Blog-Blaster, Blogs, Call-In, Coty, Grimme Online Award, Holtzbrinck, Kalle Schwensen, Media Markt, Metaversum, Sebastian Foss, Spam, StudiVZ, Yumondo

5. Dezember 2007 | Kommentare deaktiviert
Ja, ja, sieht gut aus … Nein, nochmal zurück, jetzt hat’s die Anführungszeichen zerschossen! Schon besser, weiter … ja, noch ein Stück … die Umlaute kommen schon 1a … weiter, fast geschafft … SUPER, jetzt passt’s auch mit den Anführungszeichen, gute Arbeit!
Prima, liebes Presseteam der Coca-Cola GmbH, euren kleinen ‘ÄÜÖtest der “anführungs”-zeichen’ habt ihr fein hinbekommen. Aber in Zukunft trotzdem bitte wieder offline am RSS-Feed rumbasteln, okay?

Und falls ihr nur testen wolltet, ob wir denn auch lesen, was ihr so in den RSS-Äther pustet: Ja, tun wir.
Tags: Coca-Cola, Pressemitteilung, RSS

5. Dezember 2007 | Kommentare deaktiviert
Das Land der Dichter und Denker ist heute ein Reich der Nachahmer. Die Reihe an Beispielen für deutsche Webklone ist schier endlos
schrieb Helmut Merschmann gestern in seinem Artikel “Gut kopiert ist halb gewonnen” über Web-2.0-Plagiate auf manager-magazin.de. Wie recht er doch hat: Aktuell sucht deutsche-startups.de das “Startup des Jahres”. Und was machen die Jungs von Gründerszene.de? Ne Copy-Cat. Herrlich. Will nicht noch ein Dritter? Einer von den Samwer-Brüdern wäre wohl noch für einen Juryposten zu haben.
Tags: Copy-Cats, Startups, Web2.0

2. Dezember 2007 | Kommentare deaktiviert
Wieso hacken eigentlich immer alle auf StudiVZ rum, wenn es um Mängel beim Thema Privatsphäre geht? Mit den richtigen verglichen, steht das von Onkel Don liebevoll “StasiVZ” titulierte Saufnasen-Studenten-Netzwerk nämlich auf einmal gar nicht mehr so schlecht da. Die hin und wieder auffällige Stadtportal-Community Eins.de ist für solche Vergleiche, nur so als Beispiel, ein ziemlich guter Kandidat. Warum, zeigt Paulinepauline.
Aber, so viel sei hier schon verraten, es hat unter anderem mit dem Ungleichgewicht der Steuerungsoptionen für Benachrichtungen und Privatsphäre zu tun:

Tags: Datenschutz, eins.de, Privatsphäre, StudiVZ


Gestern und heute bekam die “Metropolregion” Rhein-Neckar ihr erstes eigenes Barcamp – da ich das letzte in Frankfurt ja leider schon verpasst habe, war das eine günstige Gelegenheit, mir eine dieser Unkonferenzen quasi direkt vor der Haustür anzuschauen. Aus Zeitgründen hat es mir allerdings nur zu einem “Barcamp light” gereicht, weil ich durch private Termine leider weder bei der Party am Samstagabend noch bei den Sessions am heutigen Sonntag dabei sein konnte. Kann man mache nix, muss man gucke zu – und das habe ich am Samstag dann auch getan.
Erste Session: “Geld verdienen mit Blogs”. Wer erwartet hatte, dass Oliver und Roman den Generalschlüssel zu Onkel Dagoberts Geldspeicher im Gepäck haben, wurde allerdings sicherlich enttäuscht. Die beiden gaben eher einen ziemlich realistischen – um nicht zu sagen: nüchternen – Überblick über die Möglichkeiten von Bloggern, ihre Aktivitäten zu monetarisieren. Roman relativierte dabei vor allem die Kritik am Bezahlblogger-Vermarkter Trigami, vor allem wohl wegen des vorgeschriebenen Disclaimers, der eingeräumten redaktionellen Freiheit und der Wahlfreiheit unter den zu besprechenden Kunden (wenn ich ihn richtig verstanden habe). Ich für meinen Teil bleibe skeptisch, ob bei diesen bezahlten Postings trotz aller Disclaimers die klar erkennbare Trennung zwischen Redaktion und Werbung tatsächlich gegeben ist. Mein Gefühl sagt nein. Den ganzen Beitrag lesen »
Tags: barcamprn, barcamps, Blogger, Blogs, Trigami, User Generated Content, Werbung