Schlecker-Filialen in Deutschland: Datenjournalistisch aufbereitet

Für LZnet habe ich diese Woche die von Schlecker veröffentlichten Listen der zur Schließung vorgesehenen Filialen sowie der Standorte des künftigen Filialnetzes datenjournalistisch aufbereitet und diese Standorte in einer Google Map sichtbar gemacht. Zugegeben, nicht unbedingt der Gipfel datenjournalistischer Kreativität – mindestens FTD.de und Fiete Stegers für tagesschau.de haben das ähnlich schon mit der ersten Schließungsliste letzte Woche gemacht.

Unsere Karte ist dank der neuen Liste der zur Erhaltung vorgesehenen Filialen dann aber doch noch ein bisschen informativer. Zum einen, weil sie erstmals das vollständige, aktuelle Filialnetz von Schlecker zeigt. Und zum anderen, weil sich die Karte auch danach filtern lässt, welche Schlecker-Filialen schließen und welche geöffnet bleiben sollen. Mit einer Freitextsuche können die Standorte außerdem gezielt durchsucht werden, etwa nach Ortsnamen oder PLZ. Hier müsste ich aber eigentlich noch einmal die zugrunde liegende Google-Fusion-Tabelle optimieren. Weil die Adressdaten im Moment in nur einer Spalte stehen, findet die Suche etwa nach “Frankfurt” auch alle Standorte, die nur in einer “Frankfurter Straße” liegen. Suboptimal.

Und so sieht das alles dann aus, wenn auch ohne die gerade beschriebenen Filterfunktionen – die gibt es nur auf LebensmittelZeitung.net:

Zur Entstehungsweise:

Die Listen aus den Schlecker-PDFs habe ich zuerst in eine GoogleDocs-Tabelle kopiert. Dort habe ich die Information, ob die jeweilige Filiale einer Revision unterzogen wurde, in eine eigene Spalte überführt – bei den Adressbestandteilen habe ich mir das aus Bequemlichkeit gespart, weil ich die oben erwähnte Suchfunktion zunächst nicht eingeplant hatte. Nachteile inklusive. Die beiden Filialtypen (die, die geschlossen und die, die erhalten werden) bekommen hier außerdem die Info mit, ob ihr Standort in der späteren Google Map mit rotem oder grünem Pin verortet wird.

Die so aufbereiteten Tabellen fließen dann in einer Google Fusion Table zusammen, aus der sich quasi nebenbei die passende Google Map erzeugt lässt. Für die Filterfunktionen schließlich habe ich mich des FusionTablesLayer Wizards bedient. Damit geht das auch ohne Programmierkenntnisse recht flott und selbsterklärend. Leider unterstützt der Wizard standardmäßig nur eine Filterfunktion gleichzeitig – damit unsere Karte sowohl Dropdown- als auch Freitext-Suche bieten kann, habe ich die zuständige JavaScript-Funktion manuell geklont. Et voilà.

2 Kommentare

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  • Uwe
    16. August 2012 - 11:19 | Permalink

    Leider ist mein Ende 2010 eröffneter XXL-Laden jetzt auch gekündigt worden und ich suche einen neuen Mieter.
    Sicherlich hätte Schlecker verkauft werden können wenn die Investoren nicht die Angst vor einer Prozesslawine der ehemaligen Angestellten gehabt hätten. Wie kann eine Firma die Pleite ist noch von ehemaligen Mitarbeitern verklagt werden. Eine Verkäuferin hat ja auch schon gewonnen. Würde mich interesssieren, wieviel Geld sie erhalten hat.. Für den Staat, die Mitarbeiter, die Lieferanten und schliesslich die Vermieter wäre ein Verkauf wesentlich interessanter gewesen als das jetzige Chaos!
    Scheinbar hat man mit dem Konkursverwalter Gleiwitz keine Topfirma gefunden

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