Sponsored Blogging

Auch wenn die Versuchsballons Opelblogger und Braunebrauseblogger aus allen Rohren unter Beschuss genommen wurden – jede Wette, dass wir schon bald immer öfter über bezahlte Blogbeiträge stolpern werden. Die Nachfrage seitens der Marketing-Maschinerie ist definitiv da. Schön zu sehen an den jetzt auch aus deutschsprachigen Böden sprießenden Plattformen, die Unternehmen und Blogger zusammenführen wollen.

Neuester Anbieter ist Blogpay.de, dessen Pressemitteilung heute reinflatterte:

[…]

Blogpay fungiert als Vermittler zwischen Blogbetreibern und Werbekunden. Dabei spielen Größe und Thema des Blogs keine zentrale Rolle: Jedes Angebot mit einem konstanten Besucherfluss und regelmäßigen Updates kann sich qualifizieren.

Klassische, im Blogumfeld eher unbeliebte Werbemittel wie Banner oder Pop-Ups werden bei Blogpay durch “žKontext-Placement” ersetzt. Beispiel: Ein Musikblog könnte im Rahmen seiner täglichen Berichterstattung eine Kritik zu der CD X veröffentlichen, was vom jeweiligen Musikverlag entlohnt wird. Um den journalistischen Anspruch zu wahren, muss die Berichterstattung selbstverständlich unabhängig und unbefangen erfolgen.

[…]

Konkurrent Trigami (Launch am 31.1.07) hat sich das gleiche Geschäftsziel gesetzt – und um die Ernsthaftigkeit der Bemühungen zu unterstreichen, hat sich das Baseler Startup erst vor ein paar Tage den Mitbewerber BlogSense einverleibt. Eine der ersten Blog-Kampagnen organisierte Trigami gerade für die Medien-Tauschbörse Hitflip – mit durchwachsenem Erfolg, wie sowohl im Hitflip-Blog als auch im Trigami-Blog nachzulesen ist.

Ich stehe diesem Sponsored Blogging ja eher skeptisch gegenüber. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass sich Blogger, die sich gegen Incentives aller Art vor den PR-Karren spannen lassen, immer auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit verkauft zu haben. Ganz egal, wie transparent die bezahlte Bloggerei am Ende auch gerät – ein bisschen G’schmäckle wird dem Bloggen gegen Cash immer anhaften. Da muss man dann Kosten und Nutzen schon sehr sorgfältig abwägen.