Tag Archives: EpiBlog

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Gut gekaut ist halb verdaut

Dieser Tage habe ich seit langem mal wieder auf der Website meines alten Studienganges vorbeigeschaut (bei dieser Gelegenheit: Herzlichen Glückwunsch, Yuliya!) – und siehe da: Die angehenden Online-Redakteure der FH Köln versuchen sich noch einmal an diesem Blog-Dings. Das von mir angeleiherte EpiBlog hat damals zwar ganz schöne Anfangserfolge gefeiert, fiel dann ja aber leider mangels Beteiligung schon nach wenigen Monaten ins Koma und wurde von mir wieder aufgelöst. Außer den in dieses Blog geretteten Beiträgen ist von diesem ersten gemeinschaftlichen Blogversuch wenig geblieben.

Jetzt also ein zweiter Versuch, das OR06 Watchblog des Jahrgangs 2006. Oha, ein Watchblog also, ganz schön ambitioniert. Unter Sinn & Absicht schreiben die Macher:

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, verschiedene Online- und Offline-Medien zu sichten, interessante Themen aufzugreifen und kritisch zu beleuchten. Wir wollen nicht alles unzerkaut verdauen!

So gesehen dürften die armen Ex-Kommilitonen allerdings noch ordentlich Bauchgrimmen haben. Denn was da bislang zu lesen ist, macht stark den Eindruck, als habe es weder Beißwerkzeuge noch Magensäfte jemals zu Gesicht bekommen. Das sieht alles noch ein bisschen wie das x-te Linkblog aus, das auch nicht mehr als eine unreflektierte Zusammenfassung in fünf Zeilen leistet. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Leute, nicht so zaghaft! Wo bleibt die Kritik, wo die Meinung? Holt das Gebiss aus dem Wasserglas und fangt mit dem Kauen an! Ihr wisst doch: Nur gut gekaut ist halb verdaut.

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[A]chtung, [C]ontent-[A]bgreifer: [P]iss off!

Für den Rezipienten sind Meta-News-Sites wie news.google.de oder Newsexpress eine praktische Sache: Fast wie am Zeitschriftenkiosk kann der tägliche Output der Presse nach dem gescannt werden, was gerade interessiert – nur ist die Auswahl größer, die Suche komfortabler und man spürt beim Anlesen nicht den finsteren Blick des Kioskbesitzers im Nacken, der einen dafür hasst, dass man alle Magazine mal angrabbelt, dann aber doch nichts kauft.

Verlage sind von dem Angebot der Suchmaschinen längst nicht immer so begeistert: Weil Google & Co. ungefragt die Newssites abgrasen und aus den Inhalten Kurzzusammenfassungen samt Bildmaterial generieren, entzünden sich immer wieder Streitigkeiten. Dem will der Weltverband der Zeitungen WAN (World Association of Newspapers) nun mit einem eigenen DRM-System begegnen: ACAP steht für “Automated Content Access Protocol” und soll automatisch Informationen an Suchmaschinen-Crawler übermitteln, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen welche Inhalte genutzt werden dürfen. So wollen die Verlage die Kontrolle über ihren Content zurückgewinnen. read more »

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EXPRESS-TV lässt Regionalnachrichten zappeln

EXPRESS-TV“Alle Verlage arbeiten dran ““ aber keiner will darüber reden”, verriet kürzlich Alexander von Reibnitz vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger. Worüber reden? Über die Bemühungen deutscher Verlage, via World Wide Web auch bewegte Bilder an den Leser zu bringen – Stichwort: Online-TV. bunte.t-online.de macht schon mit und besetzt mit “The People Channel” die Nische für Promi-Klatsch, Focus.de, Spiegel.de und Stern.de beziehen “Das Wichtigste vom Tag” im Bewegtbild von Reuters, etliche andere Verlage setzen online auf Zappelbilder von zoomin.tv.

Seit heute mischt auch der Kölner Verlag DuMont Schauberg mit: Beim Webableger des Boulevard-Blatts EXPRESS wurde der Versuchsballon Online-TV gestartet. “Schneller – die EXPRESS-Infoshow” heißt die selbstproduzierte etwa dreiminütige Sendung, die ab 21 Uhr einen “schnellen Überblick über die wichtigsten regionalen Nachrichten” liefern will. Wie auch bei den meisten anderen Online-TV-Angeboten nutzt EXPRESS-TV den Flash-Player, der in einem Popup-Fenster geöffnet wird. Links auf Artikel mit weiteren Informationen zu den TV-Beiträgen verzahnen das Webfernsehen mit den Textnachrichten.

Die technische Seite wird von motionet betreut – offenbar auch für sie Neuland, wie ein Blick ins Fred’s Log zeigt.

Disclaimer: Der Autor arbeitet als freier Mitarbeiter für EXPRESS.DE.

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Risikokapital für Blogs

Wir glauben, dass die Nachrichten der Zukunft wie die HuffingtonPost aussehen werden

sagt Eric Hippeau von SoftBank Capital, die Anfang August etwa fünf Millionen Dollar Venture Capital in die Blog- und News-Site HuffingtonPost von Arianna Huffington gepumpt haben:

Zwar wird die Blogosphere generell als schnelllebiger, weniger faktenbasierend und stattdessen mehr von Meinungen abhängiger Markt eingeschätzt, was Investitionen risikoreicher als bei traditionellen Medienunternehmen macht. Für Eric Hippeau […] stellen Blogs jedoch die Zukunft der Nachrichtenverbreitung dar. “Wir sehen dies als eine Investition in eine Nachrichten-Seite”, so Hippeau.

Quelle: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060823005

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WAZ geht ab?

Irgendwann im Juni hat die WAZ aus Essen ja angekündigt, den alten Muff aus dem eigenen Webangebot pusten zu wollen und eine Internet-Offensive zu starten: “Bis zum Jahresende haben wir Blogger in allen 28 Lokalredaktionen und zehn Redakteure in der Online-Mantelredaktion”, verkündete Chefredakteur Ulrich Reitz im Spiegel. Für das Online-Projekt “WAZ-live” wurde die Hamburger Journalistin Katharina Borchert, besser bekannt unter ihrem Blogger-Pseudonym Lyssa, als Chefredakteurin gewonnen.

Aufmerksam beobachtet werden die Internetaktivitäten der WAZ seitdem nicht nur in den Medien und der Blogosphäre, sondern jetzt auch auf Mitarbeiterebene: Mit WAZsolls ist kürzlich das anonym geführte Blog eines WAZ-Redakteurs gestartet, der öffentlich ein bisschen darüber plaudert, was sich hinter den WAZ-Kulissen webtechnisch so abspielt:

Jetzt geht das mit dem Internet schon wieder los… und sorgt diesmal für Aufregung in den Redaktionen. Da sind zum einen die Bedenkenträger: “žWir graben uns doch selbst das Wasser ab. Was hat die ganze Bloggerei mit Journalismus zu tun? Wen wollen wir damit denn erreichen?” […]

Doch die Front weicht auf. Außer dem Kollegen “žber” gibt es immer mehr WAZler die selbst einmal das Internet anwerfen und auf die Reise durch die Bloggosphäre gehen. “žDa kann ja doch was dran sein. Vielleicht können wir so zeitungsferne Schichten erreichen. Die Schnelligkeit des Mediums hat etwas für sich.”

Mal sehen, wie sich das bis zum Start von “WAZ-live” entwickelt. In der Zwischenzeit könnte der WAZsolls-Blogger mal den Trackback-Link seiner Posts einblenden. Und auch ein Datum über den Beiträgen auf der Startseite wäre fein.

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