Tag-Archiv: Blogger

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Obenauf

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Endlich hab’ ich’s schwarz auf weiß dunkelbräunlich auf milchkaffeebräunlich: Bloggende Journalisten stehen in der Blog-Nahrungskette gaaaaaanz oben!

Schluss damit, jedem erklären zu müssen, woher ich mir das Recht nehme, alles und jeden in Grund und Boden bloggen zu dürfen. Statt einer Antwort gibt es in Zukunft nur noch einen Link auf die “Hierarchie der deutschsprachigen Blogosphäre” von Christian Hayungs und Peter Kröner. Danke!

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Barcamp light

Barcamp Rhein-Neckar

Gestern und heute bekam die “Metropolregion” Rhein-Neckar ihr erstes eigenes Barcamp – da ich das letzte in Frankfurt ja leider schon verpasst habe, war das eine günstige Gelegenheit, mir eine dieser Unkonferenzen quasi direkt vor der Haustür anzuschauen. Aus Zeitgründen hat es mir allerdings nur zu einem “Barcamp light” gereicht, weil ich durch private Termine leider weder bei der Party am Samstagabend noch bei den Sessions am heutigen Sonntag dabei sein konnte. Kann man mache nix, muss man gucke zu – und das habe ich am Samstag dann auch getan.

Erste Session: “Geld verdienen mit Blogs”. Wer erwartet hatte, dass Oliver und Roman den Generalschlüssel zu Onkel Dagoberts Geldspeicher im Gepäck haben, wurde allerdings sicherlich enttäuscht. Die beiden gaben eher einen ziemlich realistischen – um nicht zu sagen: nüchternen – Überblick über die Möglichkeiten von Bloggern, ihre Aktivitäten zu monetarisieren. Roman relativierte dabei vor allem die Kritik am Bezahlblogger-Vermarkter Trigami, vor allem wohl wegen des vorgeschriebenen Disclaimers, der eingeräumten redaktionellen Freiheit und der Wahlfreiheit unter den zu besprechenden Kunden (wenn ich ihn richtig verstanden habe). Ich für meinen Teil bleibe skeptisch, ob bei diesen bezahlten Postings trotz aller Disclaimers die klar erkennbare Trennung zwischen Redaktion und Werbung tatsächlich gegeben ist. Mein Gefühl sagt nein. weiterlesen »

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Anuga-Pro-Blogging

LZ-Messeblog

Jo, is denn heit scho Dienstag? Na gut, ich hatte angekündigt, am Montag ein paar Worte darüber zu verlieren, was ich beruflich gerade so treibe – jetzt ist es halt doch einen Tag später geworden. Also: Gestern haben wir erstmals unseren großen Zeh ins Haifischbecken Blogosphäre gesteckt, indem wir unser Event-Blog zur diesjährigen Anuga in Köln gelauncht haben. In knapp drei Wochen ziehen wir ihn wieder aus dem Wasser und schauen mal, was noch davon übrig ist.

Bis dahin werden wir unter www.lz-messeblog.de zunächst aus der Frankfurter Redaktion und dann vom 13. bis 17. Oktober live aus den Hallen der Koelnmesse nach Leibeskräften bloggen, Fotos schießen, Interviews führen und viele, viele bunte Messeschnipsel aufsammeln, die ohne uns wohl niemals irgendwo dokumentiert würden. Sozusagen meine Premiere als “Pro-Blogger”… Bin selbst schon sehr gespannt, was am Ende dabei rauskommt.

Für das Warm-Up, also bis es in Köln wirklich los geht, und um die Leser der LZ ein bisschen an das Thema Blogs heranzuführen, habe ich ein paar Interviews mit Bloggern aus der Lebensmittel-Branche geführt. Zum Auftakt sprach ich mit Friederike Ahlers vom Frosta-Blog – hier ein kleiner Auszug:

Frau Ahlers, Frosta bloggt schon seit 2005 und gilt als Vorzeigeexemplar unter Deutschlands Corporate Blogs – und das nicht nur, weil die “Konkurrenz” noch immer sehr zurückhaltend ist. Aus welchen Überlegungen heraus haben Sie das Frosta-Blog damals gegründet?

Friederike Ahlers: Die Idee zum Frosta-Blog entstand 2005 durch einen Artikel im Economist über Corporate Blogs in den USA. Frosta hat seit der Einführung des Frosta-Reinheitsgebotes im Jahre 2003 (Verzicht auf sämtliche Zusatzstoffe in alle Produkten der Marke Frosta, vollständige Deklaration aller Zutaten auf der Verpackung) viel zu erzählen. Ein Weblog der Frosta-Mitarbeiter schien uns gut geeignet, um die Transparenz und die Glaubwürdigkeit dieses Konzeptes zu unterstreichen. Frosta Mitarbeiter berichten über ihre tägliche Arbeit und stellen sich den Fragen der Verbraucher. Wir erhofften uns davon eine intensivere Kommunikation mit den Verbrauchern. Diese Erwartungen haben sich auch erfüllt.

Und warum tun sich Ihrer Meinung nach andere Unternehmen der Branche so schwer damit, es Ihnen gleichzutun?

Ahlers: Ich denke, dass viele Unternehmen noch nicht bereit sind, in einer öffentlichen Diskussion auch Kritik zuzulassen. Wir sind dagegen der Überzeugung, dass man zum Beispiel kritische Worte über ein Produkt ohnehin nicht unterbinden kann. Die Verbraucher informieren sich zunehmend über Produkte im Internet, aber nicht auf den offiziellen Unternehmensseiten, sondern lieber dort, wo die Erfahrungen von anderen Verbrauchern nachgelesen werden können. Indem man den Verbrauchern eine – unzensierte – Diskussionsmöglichkeit auf den eigenen Seiten anbietet, kann man sich als Unternehmen in die Diskussion einschalten und eventuell Dinge richtigstellen. Anderenfalls findet die Diskussion in den zahlreichen Verbraucherforen im Internet statt, ohne Einflußmöglichkeit des Unternehmens.

Außerdem halten die meisten Unternehmen wohl noch am klassischen Ansatz der Unternehmenskommunikation “aus einer Hand” fest. Nur abgestimmte Äußerungen eines Unternehmenssprechers gelangen an die Öffentlichkeit. Unser Blog verstößt fundamental gegen diesen Grundsatz.

Das ganze Interview gibt’s auf LZ-Messeblog.de

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Sogar zu doof zum Blogsen

Zum Kringeln: Bild.de entdeckt die Blogosphäre, versteht sie nicht – macht aber trotzdem ein Quiz draus: Wie gut sprechen Sie bloggisch?

Spätestens bei der Frage “Was ist ein Blogser?” wird klar – Autor Jan Johannsen hat selbst keine Ahnung von diesem Blog-Dings und hat sich deshalb ordentlich narren lassen.

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Und zwar von Peter2.0 und dessen lexikon2. Denn dort wurde der Begriff Blogser irgendwann mal erfunden. Genauso wie seine Definition:

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Kein Wunder also, dass man sich hier und da und auch dort, dort und dort schon verdutzt fragt, ob man eigentlich irgendwas nicht mitbekommen hat. Hätte Johannsen den Eintrag wenigstens mal zu Ende gelesen, wüsste er wenigstens, dass der Blogser nur ein vorläufiger Vorschlag ist – und statt dessen durchaus noch “Blog-Ratte” oder “Blog-Wurm” daraus werden könnte…

Auch die Klassifizierung des A-, B- und C-Bloggers, die es so in der Blogosphäre eigentlich gar nicht gibt, hat Johannsen wohl bei Peter2.0 zusammenkopiert blogsumiert:

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Liest sich jedenfalls genauso, wie sich das Peter2.0 mal für sein lexikon2 zusammenfabuliert hat:

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Ein Satz mit ix – das war wohl nix. Oder um Herrn Schwenzel präzise zu zitieren:

Doof, wenn man seinen Lesern Szenejargon beibringen will, die Szene den Jargon dann aber nicht versteht.

Und jetzt reite ich gar nicht weiter drauf rum. Allerdings nur, wenn Herr Johannsen verspricht, für Runde 2 des Bloggisch-Quiz’ auch mal meinen Heißluft-Blogger abzufragen…

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Fliegen in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt

Malte vom Spreeblick zieht Deutschlands bekannteste Blogger mit so viel Schmackes durch den Kakao, dass die Schokosoße nur so spritzt. Marke: Wie würden Felix “ix” Schwenzel, Stefan Niggemeier, Don Alphonso, MC Winkel und Robert Basic den Witz von der Fliege in der Suppe erzählen? Mein absoluter Favorit ist Alph Donsos Version. Die Lorbeeren gebühren in diesem Fall allerdings Frédéric, der herrlich mit Herrn Meyers prototypischen Satzbausteinen vom öffentlichen Ficken, dem Pfaffenhofener Flohmarkt, diverser Militaria, der New Economy und nackten Frauenfüßen jongliert. Nur den Zwetschgen-Datschi habe ich da noch vermisst. (Doch, doch, ich beobachte immer noch Alph Donsos rücksichtsloses Streben nach der absolutistischen Herrschaft über Klein-Bloggersdorf – obwohl er mich ja nach einer gefühlten Majestätsbeleidigung eigentlich aus seinem Reich verbannt hatte…)

Fehlt eigentlich noch der Knüwer Thomas. Ginge wohl ungefähr so:

Fliegen in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt

“Wär will Pidsar bächtällen?” Polia, die bulgarische Sekretärin, dreht mit dem Pizza-Döner-Hamburger-Zettel vom afghanischen Bringdienst an der Ecke ihre alltägliche Runde durch das Großraumbüro der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt. “Nicht schon wieder Pizza”, stöhnt Senior Consultant Lars und verdreht die Augen angewidert in Richtung Decke. Heute fällt sein Protest auf fruchtbaren Boden: “Au ja, gehen wir doch mal in diese neue Suppenbar, die ist gerade freaking hot in der Szene!” Junior Consultant Tanja-Anja ist völlig aus dem Häuschen und auch Praktikantin Julia lässt sich sofort anstecken und beginnt so aufgeregt zu hüpfen, dass jeder Sprung ein wenig mehr von dem bis dahin von einer viel zu eng sitzenden Hüftjeans wenigstens leidlich bedeckten Pussy-Deluxe-String freilegt. “Stimmt. Der Laden hat echtes Upside-Potenzial. Jede Menge Hai Potänschels”, schnarrt schließlich auch Managing Partner Marcel zustimmend.

Zehn Minuten später sitzt die halbe Agentur auf harten Holzbänken über dampfenden Schüsseln. Einzig Marcel steht noch immer am Eingang und redet mit ausladenden Gesten auf eine Gruppe beanzugter Mittzwanziger ein. Ab und zu dringen ein paar Wortfetzen durch das Hintergrundbrummen und Besteckgeklapper, das die Suppenbar ausfüllt: “Hai Kommidmänd … wairäl widdjo … borderlains aggressiv auschecken…”

“Das ist soooo cewl hier”, flötet Julia. “Ab-so-lut”, nickt Tanja-Anja und pustet mit spitzen Lippen die Asia-Zitronengrassuppe mit Tofu, Reis und Kokosmilch auf ihrem lipgloss-verschmierten Löffel. Nur Lars blickt mit finsterer Miene in seine Schüssel und rührt übellaunig in seiner Indischen Möhrencreme mit Cashewkernen. “Sieht ja aus wie schonmal gegessen…” Plötzlich werden seine Augen groß und er starrt ungläubig auf seinen Löffel. Sein Gesicht läuft rot an und er brüllt wutentbrannt: “Verdammte Sch…! Da schwimmt eine Fliege in meiner Suppe! Und sie zappelt sogar noch!”

Mit einem Mal ist es totenstill in der Suppenbar, alle Köpfe drehen sich in Richtung Lars. “No Panic”, gurrt das junge Mädchen mit den verwaschenen, einst roten Dreadlocks und dem Totenkopf-Nasenpiercing, das eben noch hinter dem Tresen stand und jetzt Lars kaugummikauend über die Schulter spickt, “die ist so klein, ey, die bringt dein Hüftgold schon nicht in Gefahr. Peace!”

“Na toll”, stöhnt Lars entnervt. “Noch jemand Lust auf Pizza?”

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