Tag Archives: Blogs

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(R)Adicales Zahlengeschubse

Eins vorweg: Ich hab’s eigentlich nicht so mit Zahlen. Kleinkarierte Krämerseelen, bei denen jeder statistische Wert bis auf die 28. Stelle hinterm Komma genau sein muss, lösen bei mir regelmäßig Brechreiz Mitleid aus. Will sagen: Meine Toleranzschwelle für großzügiges Runden liegt ziemlich niedrig, in meinem Job wahrscheinlich manchmal sogar zu niedrig. Wenn Thomas Knüwer im Handelsblatt heute aber folgendes über das haeusler-lobo’sche Blog-Werbenetzwerk Adical schreibt, ohne es noch einmal kritisch zu hinterfragen oder zu überprüfen, dann wundere ich mich schon ein bisschen:

Monatlich sei ein knapp vierstelliger Euro-Betrag pro dauerhaft gebuchtem Banner realistisch, glaubt Lobo. Voraussetzung: 2000 Leser am Tag, was die meisten Weblogs mitbringen, die bei Adical mitmachen.

(Hervorhebung von mir)

2000 Leser am Tag? Sorry, das kommt mir doch ein bisschen sehr großzügig gerundet vor. Ich kenne zwar nicht jedes der rund 30 adicalen Blogs – aber dass die meisten von ihnen mehr als 2000 Leser pro Tag haben sollen, scheint mir einer genaueren Überprüfung kaum standhalten zu können. Und weil die meisten den Blogscout-Counter einsetzen, lässt sich mit ein bisschen Fleißarbeit recht schnell überblicken, wieviele Visits die Blogs des Adical-Netzwerks tatsächlich verzeichnen:

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Die Studie zum Video

Vor einer Woche ging’s hier um die Bekanntheit des Begriffs Web2.0 – Helge Thomas hatte dazu eine kleine, nicht-repräsentative Passantenbefragung in der Heidelberger Hauptstraße gemacht und als Video bereitgestellt. Wie bestellt liefert flying sparks nun die passende Studie zur Bekanntheit von Web2.0, Blogs und einzelner Web2.0-Services in Deutschland, Frankreich und Goßbritannien nach. Demnach

  • gewinnt der Begriff “Web2.0″ zunehmend an Popularität
  • hat sich in Deutschland der Bekanntheitsgrad von YouTube beinahe vervierfacht
  • genießen Blogs im Ländervergleich in Deutschland die geringste Awareness

via Basic Thinking

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Thema verfehlt

Der DJV hat gestern ein eigenes Blog gelauncht. Nach Cicero und Co. soll http://djvpressefreiheit.twoday.net/ zu “einer lebendigen Mischung aus Fakten und Meinungen rund um die Pressefreiheit in Deutschland und auf der ganzen Welt werden”. So weit, so unauffällig. Auffällig ist allerdings die Mitteilung, die pressetext.deutschland zum Launch gestrickt hat: Die besteht aus drei Absätzen – aber nur der erste ist tatsächlich dem Pressefreiheits-Blog gewidmet. Zwei Drittel des Textes nutzt Redakteurin Linda Osusky, um mit Unterstützung von DJV-Sprecher Hendrik Zörner den Eindruck zu vermitteln, als wollten sie in Artikel 5 GG Blogger am liebsten ausklammern: read more »

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Wer lesen kann… [UPDATE]

…ist klar im Vorteil. Und weil das so ist, unterstelle ich Stephan Heinen mal ganz kühn, dass er die Blogs, die er wöchentlich in der “Blogschau” im “Blogblick” der Netzeitung resümiert, offenbar gar nicht liest. Das ist für mich zumindest die einzige einleuchtende Erklärung, warum er in der heutigen Folge zwar Stefan Niggemeiers verwunderte Reaktion auf die zurückgezogene BILDblog-Empfehlung von Welt Online

Und lustig daran ist vor allem, dass das erste Medienblog, das ‘Welt Online’ nun empfiehlt, eines ist, das es in seiner ganzen Lebensdauer auf nicht mehr als zehn Einträge geschafft hat “” und seit einem Dreivierteljahr tot ist.

zitiert, sich dabei aber dennoch fragen kann:

Krass, leider erfährt man nicht, welches Medienlog hier gemeint ist.

Krass, denn schließlich hat Stephan Heinen die Antwort sogar selbst verlinkt. Um mal nachzuhelfen, Herr Heinen – Hinweise auf dieses rätselhafte Medien(b)log enhält dieser Screenshot Niggemeiers:

Niggemeier-Screenshot mit Welt.de-Screenshot mit Watchblog-Screenshot

Oder auch dieser Absatz:

Textausriss (Screenshot: Stefan-Niggemeier.de)

Wem das alles zu subtil ist, dem hätte aber auch schon die Überschrift auf die richtige Spur helfen können:

Subtiler Hinweis (Screenshot: Stefan-Niggemeier.de)

Klingelt’s?

 

Was, immer noch nicht?

 

Na gut, ein letzter Hinweis:

 

Das geheimnisvolle Medien(b)log fängt mit W an und hört mit atchblog.de auf…

[Update 27.2.07, 23:41 Uhr] Schön, wenn man helfen kann – mittlerweile wurde der heutige “Blogblick” überarbeitet. Statt:

Krass, leider erfährt man nicht, welches Medienlog hier gemeint ist.

heißt es nun:

Dieses Watchblog hat seine Pause just aus dem Anlass der Verlinkung unterbrochen; der zweite Eintrag datiert von Mai 2006 (zur Korrektur: das hatten wir übersehen).

(Was hatte Herr Heinen jetzt genau übersehen? Den zweiten Eintrag? Ne, eigentlich doch das Watchblog.de, oder? Jetzt bin ich selbst schon verwirrt.)

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Sponsored Blogging

Auch wenn die Versuchsballons Opelblogger und Braunebrauseblogger aus allen Rohren unter Beschuss genommen wurden – jede Wette, dass wir schon bald immer öfter über bezahlte Blogbeiträge stolpern werden. Die Nachfrage seitens der Marketing-Maschinerie ist definitiv da. Schön zu sehen an den jetzt auch aus deutschsprachigen Böden sprießenden Plattformen, die Unternehmen und Blogger zusammenführen wollen.

Neuester Anbieter ist Blogpay.de, dessen Pressemitteilung heute reinflatterte:

[…]

Blogpay fungiert als Vermittler zwischen Blogbetreibern und Werbekunden. Dabei spielen Größe und Thema des Blogs keine zentrale Rolle: Jedes Angebot mit einem konstanten Besucherfluss und regelmäßigen Updates kann sich qualifizieren.

Klassische, im Blogumfeld eher unbeliebte Werbemittel wie Banner oder Pop-Ups werden bei Blogpay durch “žKontext-Placement” ersetzt. Beispiel: Ein Musikblog könnte im Rahmen seiner täglichen Berichterstattung eine Kritik zu der CD X veröffentlichen, was vom jeweiligen Musikverlag entlohnt wird. Um den journalistischen Anspruch zu wahren, muss die Berichterstattung selbstverständlich unabhängig und unbefangen erfolgen.

[…]

Konkurrent Trigami (Launch am 31.1.07) hat sich das gleiche Geschäftsziel gesetzt – und um die Ernsthaftigkeit der Bemühungen zu unterstreichen, hat sich das Baseler Startup erst vor ein paar Tage den Mitbewerber BlogSense einverleibt. Eine der ersten Blog-Kampagnen organisierte Trigami gerade für die Medien-Tauschbörse Hitflip – mit durchwachsenem Erfolg, wie sowohl im Hitflip-Blog als auch im Trigami-Blog nachzulesen ist.

Ich stehe diesem Sponsored Blogging ja eher skeptisch gegenüber. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass sich Blogger, die sich gegen Incentives aller Art vor den PR-Karren spannen lassen, immer auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit verkauft zu haben. Ganz egal, wie transparent die bezahlte Bloggerei am Ende auch gerät – ein bisschen G’schmäckle wird dem Bloggen gegen Cash immer anhaften. Da muss man dann Kosten und Nutzen schon sehr sorgfältig abwägen.