Tag-Archiv: eins.de

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Schlimmer geht's immer

Wieso hacken eigentlich immer alle auf StudiVZ rum, wenn es um Mängel beim Thema Privatsphäre geht? Mit den richtigen verglichen, steht das von Onkel Don liebevoll “StasiVZ” titulierte Saufnasen-Studenten-Netzwerk nämlich auf einmal gar nicht mehr so schlecht da. Die hin und wieder auffällige Stadtportal-Community Eins.de ist für solche Vergleiche, nur so als Beispiel, ein ziemlich guter Kandidat. Warum, zeigt Paulinepauline.

Aber, so viel sei hier schon verraten, es hat unter anderem mit dem Ungleichgewicht der Steuerungsoptionen für Benachrichtungen und Privatsphäre zu tun:

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Antwort von Eins.de

Dieser Tage bekam ich doch noch eine Antwort auf meine Fragen an Eins.de. Eins.de-Geschäftsführer Dirk Lehmann hat mir freundlicherweise erlaubt, sie hier zu veröffentlichen – allerdings nur, “wenn Sie nicht wie bisher jeden Satz im Mund umdrehen”.

Das, Herr Lehmann, würde mir allerdings im Traum nicht einfallen. Eure Sätze sind im Original schon verdreht genug.

Hier also die Antwort von Eins.de (Kursive Zitate sind Zitate meiner Fragen):

Hallo Herr Kitzmann,

[...]

Ich werde versuchen Ihre Fragen zu beantworten.

Inwiefern ist ein solcher “Deeplink” auf eine externe Website geeignet, die Verweildauer auf Eins.de zu erhöhen? Inwiefern vergrößern Links, die von der Seite Eins.de wegführen, die Identifikation mit der Marke Eins.de?

Auf den Blick erscheint es natürlich so, dass User von eins.de aufgrund des Links auf einer andere Seite verlinkt werden,

Kurzer Einschub: Das scheint nicht nur so, das ist de facto so. Aber weiter:

allerdings kommen diese User schnell wieder zurück, da Sie Interesse an dem User auf eins.de haben und somit auch die anderen Links auf andere Profile ausprobieren möchten. Wir bieten unseren Usern eine virtuelle Heimat, der User fühlt sich bei uns zu Hause, deswegen bieten wir Ihnen auch an, seine anderen virtuellen Identitäten bei uns zu posten. Immerhin gibt es ja auch noch ein Leben ausserhalb von eins.de z.B. das Berufsleben auf xing.com etc. Den damit verbundenen Streuverlust nehmen wir aber in Kauf, da wir die Philosophie der virtuellen Heimat hervorragend finden. Wir wollen das unsere User anderen einsern zeigen, wer sie sind, was sie machen und erhoffen uns davon eine erhöhte Kommunikation auf eins.de.

Außerdem sagen Sie: “eins.de wird auf diese Weise die eine Adresse für alles, der Einstieg ins Internet, weil der Nutzer nicht mehr fünf Portale aufrufen muss, um persönliche Nachrichten und Kontakte zu checken, sondern nur noch eines.” Dazu meine Frage: Was exakt muss ich als User tun, um meine persönlichen Nachrichten und Kontakte – beispielsweise aus Xing – zu checken, ohne das Portal Eins.de verlassen und Xing aufrufen zu müssen?

Das geht technisch natürlich nicht,

Hätte als Antwort eigentlich ja schon gereicht. Trotzdem noch ein bisschen Marketing-Blabla hinterher:

wie aber oben bereits geschrieben, versuchen wir unseren Usern eine virtuelle Heimat zu bieten, die auch über die Grenzen von eins.de hinaus geht.
Eigentlich ist mit dieser Aussage gemeint, dass man auf eins.de die Möglichkeit bekommt ein breiteres Spektrum der Persönlichkeit bei der Betrachtung eines Profils zu bekommen. Ich sehe auf einen Blick, ob der User auch bei anderen Portalen angemeldet ist und kann ihn mir dann auch dort anschauen. Um weitere Informationen zu bekommen, muss der User dann aber wieder auf eins.de zurück kommen. Wir wollen unseren Usern eine hohe emotionale Zufriedenheit bieten, dazu gehört auch das verlinken auf andere Seiten. Wenn sich ein User wohlfühlt, dann kommt er auch gerne wieder zurück. Das beste Beispiel dafür liefern unsere Zahlen. 68,7% alle User haben sich mindestens 2 Mal innerhalb der letzten 180 Tage angemeldet. Ich kenne kein Portal, welches einen solch hohen Wert an Kundenbindung bieten kann.

Inwiefern sind solche Benutzerprofile, die theoretisch völlig willkürlich aus verschiedenen Identitäten zusammenkopiert werden können, geeignet, etwas über einen User auszusagen?

Das liegt immer im Auge des Betrachters, jedoch kann man als eins.de User deutlich sehen, welche reale Identität im Berufsleben ein eins.de User hat, wenn er bspw. einen Xing Link angibt, oder was er privat macht, wenn ein User seine flickr Links in sein Profil einbaut oder welche Musik er evtl. selber macht, wenn er seinen MySpace Link angibt. Wenn ein User andere bzw. nicht die eigenen Profile auf anderen Portalen angibt, dann ist das nicht im Sinne der Idee und verwässert das Bild der eigenen Identität des jeweiligen Users. Warum sollte ein User das machen?

Eine mögliche Antwort haben Sie sich gerade selbst gegeben. Eine andere wäre: Weil es geht.

(Alle Fehler im Original.)

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Noch eins zu Eins.de

Im Nachgang zu diesem Beitrag bin ich über eine weitere Pressemitteilung von Eins.de gestolpert, die ein bisschen so aussieht, als wäre sie extra für die Internet World aus Bruckstücken dreier vorangegangener Pressemitteilungen (1,2,3) zusammenkopiert worden. Dieses “Medley” wirft in meinen Augen allerdings inhaltlich ein paar neue Fragen auf, die ich heute per E-Mail auch dem Eins.de-Geschäftsführer Dirk Lehmann gestellt habe:

Guten Tag Herr Lehmann,

anlässlich der Internet World haben Sie bzw. die Eins.de GmbH die Pressemitteilung “Internet World: eins.de bietet Werbetreibenden vielfältige Möglichkeiten” herausgegeben. Einige Ihrer Aussagen darin habe ich leider
nicht ganz verstanden und ich würde mich freuen, wenn Sie mir diese Punkte näher ausführen könnten.

In der Mitteilung bewerben Sie eine neue Funktion Ihrer Community, mit der die User “ihre Profile aus anderen Communities in den eigenen eins.de-Steckbrief” integrieren können. Diese Funktion kommentieren Sie laut Pressemitteilung mit den Worten: “Für Werbetreibende ist dies wegen der höheren Verweildauer
unserer Mitglieder auf der Seite und der größeren Identifikation mit der Marke von Bedeutung.”

Tatsächlich beschränkt sich die neue Funktion ja darauf, einen Link auf ein Benutzerprofil einer anderen Community oder eines Sozialen Netzwerks im eigenen Eins.de-Profil zu speichern. Dazu meine Frage: Inwiefern ist ein solcher “Deeplink” auf eine externe Website geeignet, die Verweildauer auf Eins.de zu
erhöhen? Inwiefern vergrößern Links, die von der Seite Eins.de wegführen, die Identifikation mit der Marke Eins.de?

Außerdem sagen Sie: “eins.de wird auf diese Weise die eine Adresse für alles, der Einstieg ins Internet, weil der Nutzer nicht mehr fünf Portale aufrufen muss, um persönliche Nachrichten und Kontakte zu checken, sondern nur noch eines.” Dazu meine Frage: Was exakt muss ich als User tun, um meine persönlichen Nachrichten und Kontakte – beispielsweise aus Xing – zu checken, ohne das Portal Eins.de verlassen und Xing aufrufen zu müssen?

In der Pressemitteilung “eins.de integriert Profile anderer Communitys [sic] in die eigene Webseite User können Links setzen, wo sie im Internet noch zu finden sind – ‘Eine Adresse für alles’” zur gleichen Funktionalität werden Sie außerdem wie folgt zitiert: “[...] wenn ich jemanden bei eins.de kennen lerne, sagen mir seine Mitgliedschaften in anderen Communitys [sic] mehr, als dass [sic] ein noch so genaues einzelnes Profil könnte.” Bei einem Test der Funktion hat mich allerdings nichts daran gehindert, ein anderes als mein eigenes externes Profil im Eins.de-Steckbrief zu speichern. Ich zum Beispiel habe statt meines eigenen Xing-Profils einfach Ihres eingetragen. Dazu meine Frage: Inwiefern sind solche Benutzerprofile, die theoretisch völlig willkürlich aus verschiedenen Identitäten zusammenkopiert werden können, geeignet, etwas über einen User auszusagen?

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir diese offenen Fragen zu Ihrer neuen Funktionalität beantworten könnten. Mit Ihrem Einverständnis würde ich Ihre Antworten gerne auch auf meinem Blog marco-kitzmann.de veröffentlichen.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Marco Kitzmann

Zu früheren Gelegenheiten haben die Einser lieber auf die Austern-Taktik gesetzt – bei Nachfragen besser mal die Klappe halten. Mal sehen, ob ich diesmal eine Antwort bekomme.

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Gemessen und für größenwahnsinnig befunden

Mess with the best“Mess with the best”- miss dich mit den Besten – fordern die Elite-Soldaten des legendären United States Marines Corps ihre Gegner siegessicher auf. Eine Losung, die durchblicken lässt, wie gefährlich nahe manchmal ein gesundes Selbstbewusstsein der Grenze zum Größenwahn kommen kann. Ein Zustand, den wiederum nicht nur Spezialeinheiten der Armee kennen, sondern der auch dem ein oder anderen Verfasser von Pressemitteilungen vertraut vorkommen dürfte. Womit wir eigentlich bei der Eins.de GmbH und deren Presseaussendungen wären.

Zuvor jedoch ein kleiner Exkurs: In Kürze (Nachtrag: Inzwischen verkündet, siehe offizielles OpenSocial-API-Blog) will die “OpenSocial”-Allianz, ein Zusammenschluss von Networking-Plattformen wie LinkedIn, Friendster und auch dem deutschen Xing unter der Führung von Google, Standards für insgesamt drei offene Programmierschnittstellen (API) vorstellen, mit denen zusätzliche Anwendungen von Drittanbietern an die Netzwerke angeflanscht werden können und die den Datenaustausch der Plattformen untereinander ermöglichen sollen. Eine Kampfansage an Facebook, das eine solche offene Schnittstelle zwar bereits anbietet, allerdings auf das eigene Netzwerk begrenzt. “Wenn das mal keine kleine Revolution ist. Das Internet wird zum Baukastenset”, kommentiert das Peter Schink.

“Pah, alles kalter Kaffee”, müssten dagegen nun die Macher der hin und wieder auffälligen Stadtportal-Community Eins.de schreien. Denn schließlich haben die Wiesbadener das soziale Netzwerken nach eigenem Befinden schon vor rund zwei Wochen revolutioniert. Seitdem nämlich können die User der Eins.de-Community

ihre Profile aus anderen Communitys [sic!] in ihren persönlichen eins.de-Steckbrief [...] integrieren.

Wobei “integrieren” in diesem Fall meint: Deeplinks auf beliebige Xing-, StudiVZ- oder Whatever-Profile im eigenen Eins.de-Benutzerprofil speichern. (Mit Betonung auf “beliebige”, denn tatsächlich hindert mich nichts daran, ein anderes als mein eigenes Profil zu verlinken.) Was dann so aussieht: weiterlesen »

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Wahlempfehlung von eins.de?

Am Sonntag wird in Mannheim ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Das interessiert mich eigentlich nur am Rande, denn in meiner Geburtsstadt wohne ich bereits seit 27 Jahren nicht mehr. Aber selbst wenn ich es noch täte und tatsächlich über Gerhard Widders Nachfolger mitbestimmen dürfte, würde ich mich darüber ärgern, von der lokalen, hin und wieder auffälligen, Stadtportal-Community mit einer Wahlempfehlung belästigt zu werden. Nichts anderes kann es nach meiner Meinung nämlich sein, wenn mich auf der Startseite von mannheim.eins.de ein Werbebanner begrüßt, das für den CDU-Kandidaten Ingo Wellenreuther wirbt, aber nicht als Anzeige gekennzeichnet ist:

Wahlkampfwerbung auf eins.de (Screenshot: mannheim.eins.de)

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