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Wie naiv können Verlage eigentlich sein?

Foto: Brendan Lynch

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten

Man muss kein ausgewiesener Apple-Skeptiker sein, um sich über die grenzenlose Begeisterung der Verlagswelt für iPhones und iPads nur wundern zu können. Zu erklären ist sie wohl nur mit der Verzweiflung einer Branche, der selbst keine Lösung einfallen will, wie den seit Jahren rückläufigen Auflagenzahlen beizukommen ist. Wie praktisch ist es da also anzunehmen, dass ein anderer das für einen übernommen haben könnte. Nicht nur, dass Apple mit iPhone und iPad überhaupt erst einen Markt geschaffen hat, den es bislang noch gar nicht gab. Der Konzern hat ihn auch noch nahtlos mit einem weitgehend hermetisch geschlossenen Vertriebs- und Abrechnungssystem verwoben, das möglich macht, wovon Medienhäuser seit Jahren phantasieren: Geld für Inhalte kassieren. “Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet”, hallelujahte Springer-Vorstand Matthias Döpfner deshalb kurz nach der Einführung des Apple iPad (übrigens eine merkwürdige Form von Religiösität, die Döpfner da zum Ausdruck bringt).

Nun stellt sich – an der empörten Reaktion der Verlage gemessen offenbar völlig überraschend – heraus, dass Apple sein iUniversum wohl doch nicht erschaffen hat, um verzweifelten Zeitungshäusern aus der Patsche zu helfen. read more »

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Wie Jan Delay einmal etwas zur Krise der Verlagsbranche sagte

Okay, nicht direkt zur Krise der Verlagsbranche. Aber beinahe. Auf Vodafone Live hat der Rapper, der immer so lustig näselt, ein Interview zum Erscheinen seines neuen Albums “Wir Kinder vom Bahnhof Soul” gegeben. Das Gespräch dreht sich gleich zu Anfang um die Versäumnisse der Musikindustrie im und ihr Wehklagen über das Internet. Doch man muss nur wenige Worte austauschen, schon haben Jan Delays Worte auch für Verlage uneingeschränkt Gültigkeit.

Bist Du der Meinung, dass die Musikindustrie Verlagsbranche weiterdenken muss?

Ich halte sehr viel davon. Das hätte die Musikindustrie Verlagsbranche schon mal ein bisschen früher tun sollen, weil die haben sich immer auf ihrem Ruhm und ihrer Kohle ausgeruht und wenn dann jemand kam und gesagt hat: “Hey MP-3 das Internet wird alles verändern und ihr werdet Euch noch umgucken”, da haben sie am Anfang noch gelacht. Sie haben es aber nie für sinnvoll gehalten, mal irgendwie ihr Geld zu investieren, zum Beispiel in die Forschung, wie es andere Konzerne und Unternehmen eben auch machen, um mithalten zu können. Und als dann schlagartig alles zusammengebrochen ist, weil alle ne DSL-Leitung hatten, da haben sie sich umgeguckt und seitdem sind sie nur am jammern. Der einzige, der ein Alternativmodell gefunden hat, was irgendwie passt, ist nicht mal jemand der was mit der Musikindustrie Verlagsbranche zu tun hat. Apple Google haben auf einmal mit dem I-Pod AdWords und I-Tunes Google-News alles revolutioniert.

Der hat’s verstanden, der Jan. Warum dann nicht auch die anderen?

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Gemessen und für größenwahnsinnig befunden

Mess with the best“Mess with the best”- miss dich mit den Besten – fordern die Elite-Soldaten des legendären United States Marines Corps ihre Gegner siegessicher auf. Eine Losung, die durchblicken lässt, wie gefährlich nahe manchmal ein gesundes Selbstbewusstsein der Grenze zum Größenwahn kommen kann. Ein Zustand, den wiederum nicht nur Spezialeinheiten der Armee kennen, sondern der auch dem ein oder anderen Verfasser von Pressemitteilungen vertraut vorkommen dürfte. Womit wir eigentlich bei der Eins.de GmbH und deren Presseaussendungen wären.

Zuvor jedoch ein kleiner Exkurs: In Kürze (Nachtrag: Inzwischen verkündet, siehe offizielles OpenSocial-API-Blog) will die “OpenSocial”-Allianz, ein Zusammenschluss von Networking-Plattformen wie LinkedIn, Friendster und auch dem deutschen Xing unter der Führung von Google, Standards für insgesamt drei offene Programmierschnittstellen (API) vorstellen, mit denen zusätzliche Anwendungen von Drittanbietern an die Netzwerke angeflanscht werden können und die den Datenaustausch der Plattformen untereinander ermöglichen sollen. Eine Kampfansage an Facebook, das eine solche offene Schnittstelle zwar bereits anbietet, allerdings auf das eigene Netzwerk begrenzt. “Wenn das mal keine kleine Revolution ist. Das Internet wird zum Baukastenset”, kommentiert das Peter Schink.

“Pah, alles kalter Kaffee”, müssten dagegen nun die Macher der hin und wieder auffälligen Stadtportal-Community Eins.de schreien. Denn schließlich haben die Wiesbadener das soziale Netzwerken nach eigenem Befinden schon vor rund zwei Wochen revolutioniert. Seitdem nämlich können die User der Eins.de-Community

ihre Profile aus anderen Communitys [sic!] in ihren persönlichen eins.de-Steckbrief [...] integrieren.

Wobei “integrieren” in diesem Fall meint: Deeplinks auf beliebige Xing-, StudiVZ- oder Whatever-Profile im eigenen Eins.de-Benutzerprofil speichern. (Mit Betonung auf “beliebige”, denn tatsächlich hindert mich nichts daran, ein anderes als mein eigenes Profil zu verlinken.) Was dann so aussieht: read more »

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babel.googlenews.de?

Das kommt mir spanisch arabisch vor: Herrscht gerade nur bei mir babylonisches Sprachgewirr, wenn ich news.google.de anklicke oder kann sonst noch wer bestätigen, dass Google-News Deutschland zur Zeit bei jedem Reload eine andere Lokalisierung zeigt? War jedenfalls mächtig irritiert, als mir news.google.de eben von rechts nach links daherkam:

babel.googlenews.de

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Google-Radl

Google-RadlNa, da wird sich mein Ex-Kommilitone, der Herr “Search Quality Coordinator”, aber sicher freuen: Zum Frühlingsanfang gab’s von Google Europe nämlich einen feschen Drahtesel geschenkt. Und warum? Das erklärt Googles Europa-Häuptling Holger Meyer:

Wir wollen nicht nur neue Technologien für Internetnutzer einführen, sondern auch neue Angebote für unsere Mitarbeiter. Wir denken, dass diese fantastischen Fahrräder dazu beitragen werden, dass Googler ["¦] gesund bleiben, ihre Stadt besser kennenlernen und die Umweltbelastung durch ihren Arbeitsweg verringern

Sehe allerdings gerade, dass der Herr “Search Quality Coordinator” wohl erst im April im Dubliner Headquarter aufschlägt? Da würde ich mich an seiner Stelle ja ärgern… Aber jede Wette, dass die ersten Google-Bikes demnächst bei eBay aufploppen.

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