Tag Archives: Startups

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IWK: Innovative Startups stellen sich vor

Guten Morgen und ein herzliches Willkommen an alle angeschlossenen Funkhäuser ;) Zweiter Tag des Internet World Kongresses, gleich geht’s los mit der Vorstellung innovativer Startups. Wir hatten ein bisschen Verspätung, weil die meisten wie ich auf ihr Taxi zur Messe warten mussten. Aber jetzt geht es los.

Dirk Ploss lästert zum Einstieg gerade ein bisschen über die Qualität der gestern Abend ausgezeichneten Online-Star-Preisträger: “Von den ausgezeichneten Viralkampagnen kannte ich – null. Eine Wasserwaagen-Applikation für das iPhone wird innerhalb von zwei Monaten 829 Mal runtergeladen – und gilt damit als erfolgreich.” Mal schauen, ob die heute vorgestellten Startups schon mehr können.

“Deutschland ist Entwicklungsland”: 3 Mio. Nutzer des mobilen Internets in Deutschland, andere Länder schon deutlich weiter. Stefanie Hoffmann stellt uns gerade Aka-Aki vor, eine Handycommunity, die ihren Ursprung in einer Abschlussarbeit der Berliner Akademie der Künste hatte. Quasi das StudiVZ fürs Handy, wie ich das verstanden habe. Nur mit Elch. Okay, kann doch ein bisschen mehr: Über Bluetooth, Cell-ID und GPS ermittelt Aka-Aki, welche Community-Mitglieder in der Nähe sind und zeigt diese an. Macht ja auch Sinn für eine Mobile Community. Wie soll Geld verdient werden? Drei Säulen sind angedacht, aber wohl noch weitestgehend Zukunftsmusik: Klassische Mainstream-Werbung mit Bannern etc., Premiumdienste und, klar, Target Marketing: Auf Interessen des Users zugeschnittene Werbung, am besten noch ortsbezogen.

Ist das jetzt gut oder schlecht: “Wir wissen wahnsinnig viel über unsere Nutzer”, sagt Stefanie gerade. Macht mir immer ein mulmiges Gefühl im Bauch. Dirk Ploss ist ein bisschen skeptisch, was das Geld verdienen angeht: Solange die Nutzerbasis noch zu klein ist, fehlt Werbungtreibenden die Reichweite – ist der Dienst bei Nutzern und Werbern verbreitet, steigt die Gefahr, dass die Nutzer wo sie gehen und stehen durch ortsbezogene Werbung dauerbefeuert werden und sich das Projekt am Ende selbst kannibalisiert.

Jetzt erzählt uns Dr. Alexander Linden etwas über das Konzept von HumanGrid, die das Potenzial der Massen für alle möglichen Aufgaben via Internet für andere Unternehmen und Organisationen nutzbar machen. Stichwort: Crowdsourcing. Geniales Beispiel: reCaptcha. Ein Captcha-System, bei dem man zwei Captcha-Begriffe eingeben muss – der zweite Begriff dient aber eigentlich gar nicht dem eigentlichen Captcha-Sinn, sondern bildet ein Wort ab, das beim Scannen von Büchern von der OCR-Software nicht erkannt wurde. Indem tausende User eingeben, was sie in diesem eigentlich unleserlichen Wort erkennen, nähert sich reCaptcha dem wahrscheinlichsten Wortsinn immer weiter an. Oh je, war das verständlich ausgedrückt?

Was macht jetzt Humangrid genau? User, so genannte Clickworker, bekommen einen virtuellen “Arbeitsplatz” und können an verschiedenen Crowdsourcing-Aufgaben partizipieren, z.B. Suchanfragen für T-Online klassifizieren, Arbeitsbeschreibungen formulieren, Metadaten aus Bildern extrahieren u.ä. Dafür gibt’s natürlich auch ein bisschen Geld. Und Unternehmen sparen im Idealfall eine Menge Geld, wenn sie diese Dienste in Anspruch nehmen, für die Softwarelösungen entweder ungleich teurer oder schlichtweg gar nicht existent wären. Win-Win-Win-Situation also, HumanGrid verdient schließlich ja auch noch ein bisschen was.

Michael Silberberger (Semigator): “Wir wollen den Seminarmarkt in Deutschland revolutionieren.” Sein Startup will den Seminarmarkt transparent und komfortabler machen. Deshalb gibt’s auch eine Geld-Zurück-Garantie: Wer nach einer Stunde im Seminar feststellt, dass es nichts fürs eigene Business bringt, kann gehen und erhält sein Geld zurück.

Statt Finanzierung über VCs hat sich Semigator übrigens lieber mit der Handelsblatt-Gruppe (Holtzbrinck) ins Boot gesetzt, um über Handelsblatt und Wirtschaftswoche höheren Mediendruck aufbauen zu können. Im Moment wohl vor allem noch in Print, demnächst wohl aber auch stärker online.

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Täglich grüßt die Copy-Cat

Das Land der Dichter und Denker ist heute ein Reich der Nachahmer. Die Reihe an Beispielen für deutsche Webklone ist schier endlos

schrieb Helmut Merschmann gestern in seinem Artikel “Gut kopiert ist halb gewonnen” über Web-2.0-Plagiate auf manager-magazin.de. Wie recht er doch hat: Aktuell sucht deutsche-startups.de das “Startup des Jahres”. Und was machen die Jungs von Gründerszene.de? Ne Copy-Cat. Herrlich. Will nicht noch ein Dritter? Einer von den Samwer-Brüdern wäre wohl noch für einen Juryposten zu haben.

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In der Nase gebohrt. Nix gefunden.

quamiso.de

Mag’ mir vielleicht mal jemand erklären, warum es das next big thing sein soll, sich freiwillig dem Belanglosigkeiten-Bombardement von twitter, texteln, frazr, wamadu, faybl und jetzt auch noch 1you auszusetzen? Gerne auch in nur 160 Zeichen?

Mir erschließt sich die Faszination jedenfalls auch mit dem vierten fünften Klon noch nicht. Aber in irgendwas muss sie ja bestehen, sonst würden diese Dinger mit den immer unaussprechlicheren Namen doch wohl nicht schneller aus dem Boden schießen, als sie selbst frisches Geschnatter in den Äther jagen können, oder? Also: Warum ist es wichtig zu wissen, dass bei Mirsad “langsam der Hunger kommt”, Hannah “erst mal richtig wachwerden und dann lernen” muss und Andrea “jetzt gleich zum Friseur fährt”?

Bis zur Klärung dieser Fragen halte ich mal meine Einschätzung aufrecht, dass dieses internette Hintergrundrauschen einfach nur quamiso ist: Quatsch mit Soße.

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Sponsored Blogging

Auch wenn die Versuchsballons Opelblogger und Braunebrauseblogger aus allen Rohren unter Beschuss genommen wurden – jede Wette, dass wir schon bald immer öfter über bezahlte Blogbeiträge stolpern werden. Die Nachfrage seitens der Marketing-Maschinerie ist definitiv da. Schön zu sehen an den jetzt auch aus deutschsprachigen Böden sprießenden Plattformen, die Unternehmen und Blogger zusammenführen wollen.

Neuester Anbieter ist Blogpay.de, dessen Pressemitteilung heute reinflatterte:

[…]

Blogpay fungiert als Vermittler zwischen Blogbetreibern und Werbekunden. Dabei spielen Größe und Thema des Blogs keine zentrale Rolle: Jedes Angebot mit einem konstanten Besucherfluss und regelmäßigen Updates kann sich qualifizieren.

Klassische, im Blogumfeld eher unbeliebte Werbemittel wie Banner oder Pop-Ups werden bei Blogpay durch “žKontext-Placement” ersetzt. Beispiel: Ein Musikblog könnte im Rahmen seiner täglichen Berichterstattung eine Kritik zu der CD X veröffentlichen, was vom jeweiligen Musikverlag entlohnt wird. Um den journalistischen Anspruch zu wahren, muss die Berichterstattung selbstverständlich unabhängig und unbefangen erfolgen.

[…]

Konkurrent Trigami (Launch am 31.1.07) hat sich das gleiche Geschäftsziel gesetzt – und um die Ernsthaftigkeit der Bemühungen zu unterstreichen, hat sich das Baseler Startup erst vor ein paar Tage den Mitbewerber BlogSense einverleibt. Eine der ersten Blog-Kampagnen organisierte Trigami gerade für die Medien-Tauschbörse Hitflip – mit durchwachsenem Erfolg, wie sowohl im Hitflip-Blog als auch im Trigami-Blog nachzulesen ist.

Ich stehe diesem Sponsored Blogging ja eher skeptisch gegenüber. Mein Eindruck ist jedenfalls, dass sich Blogger, die sich gegen Incentives aller Art vor den PR-Karren spannen lassen, immer auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, einen Teil ihrer Glaubwürdigkeit verkauft zu haben. Ganz egal, wie transparent die bezahlte Bloggerei am Ende auch gerät – ein bisschen G’schmäckle wird dem Bloggen gegen Cash immer anhaften. Da muss man dann Kosten und Nutzen schon sehr sorgfältig abwägen.

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Wen der Google/YouTube-Deal reich gemacht hat

Notiz an mich selbst: In den nächsten Monaten dringend irgendein hippes Webzwonull-Portal aus dem Boden stampfen und anschließend an Google verhökern.

Warum ich die olle Kamelle wieder ausbuddel? Weil die US-Börsenaufsicht SEC gerade ein Dokument veröffentlicht hat, das im Detail verrät, wer wieviel an dem 1,65 Milliarden Dollar schweren Deal verdient hat. Von den Gründern Chad Hurley und Steve Chen bis hin zur Putzfrau. Einfach selbst beim Manager Magazin nachlesen – kann die Zahlen hier nicht wiederholen, weil mir das die Tränen in die Augen treiben würde.

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