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Völlig schmerzbefreit

Zwei Tage nachdem Vitali Klitschko seinen Gegner Shannon Briggs nach allen Regeln der zweifelhaften Kunst seines Sports zusammen- und ins Krankenhaus geprügelt hat, ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob dieses Ereignis am Samstagabend denn nun Boxkampf oder doch vorsätzliche Körperverletzung gewesen sei. Die Presse hat jedenfalls nicht an drastischen Worten gespart, die heute vom Online-Portal des Internetzugangsproviders T-Online.de auch fleißig zusammengetragen und zu einem eigenen kleinen Artikel geformt wurden.

Garniert mit Zitaten wie “Boxen am Rande des Totschlags” (20Minuten.ch), “legalisierter Körperverletzung” (Frankfurter Rundschau), “Schlagkrafttraining am lebenden Objekt” (Spiegel) spricht T-Online darin selbst von einer “brutalen Ringschlacht” und stellt natürlich auch die Frage, die nun offenbar unisono von jedem gestellt werden muss: “Hätte der Kampf abgebrochen werden müssen?”

Der Autor beantwortet diese Frage nicht. Aber hätte er es getan, hätte sie ehrlicherweise wohl lauten müssen: “Nein. Bloß nicht.”

Oder wie ist es sonst zu erklären, dass gleichzeitig mehrfach im Text verteilte Links für Videos und Bildstrecken mit den “Höhepunkten des Kampfes”  und den “besten Szenen des Kampfes” werben, während die eingeklinkten Boxen einfach nur versprechen:

Ein merkwürdig feixender Unterton, den der übrige Artikel so bekommt. Aber das dürfte bei T-Online wohl eher keine Rolle spielen.