Thema verfehlt

Der DJV hat gestern ein eigenes Blog gelauncht. Nach Cicero und Co. soll http://djvpressefreiheit.twoday.net/ zu “einer lebendigen Mischung aus Fakten und Meinungen rund um die Pressefreiheit in Deutschland und auf der ganzen Welt werden”. So weit, so unauffällig. Auffällig ist allerdings die Mitteilung, die pressetext.deutschland zum Launch gestrickt hat: Die besteht aus drei Absätzen – aber nur der erste ist tatsächlich dem Pressefreiheits-Blog gewidmet. Zwei Drittel des Textes nutzt Redakteurin Linda Osusky, um mit Unterstützung von DJV-Sprecher Hendrik Zörner den Eindruck zu vermitteln, als wollten sie in Artikel 5 GG Blogger am liebsten ausklammern:

Zörner sieht Weblogs in allererster Linie als Diskussionsforen. “Es gibt zwar unterschiedliche Formen von Blogs, mit Journalismus haben diese aber nichts zu tun”, meint Zörner.

Kleine Zwischenbemerkung: Ich behaupte sogar, die meisten wollen damit auch gar nichts zu tun haben.

Es gäbe immer noch eine Vielzahl an Blogs, die das negative Image dieser Kommunikationsform bestätigen. “Einige Blogs führen nicht einmal ein Impressum. Wenn man etwas öffentlich schreibt, dann sollte man auch mit seinem Namen dahinter stehen”, ist Zörner überzeugt.

Negatives Image? Wusste gar nicht, dass die Meinung einiger publizistischer Dinosaurier Allgemeingültigkeit hat.

Millionen von Laienjournalisten und -fotografen tummeln sich auf Weblogs und Social-Networking-Portalen und bergen das Potenzial, die Zunft des professionellen Schreibers oder Fotografen zu gefährden.

Ganz ehrlich, Frau Osusky: Wenn alle ihre Texte so am Ziel vorbeischießen, dann perlt Ihnen der Angstschweiß völlig zu Recht aus allen Poren.

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