Verwirrung um den Klinsmann-Käfer – vor allem bei stern.de

Bei stern.de hat man’s wohl gerne ein bisschen geheimnisvoller: Nachdem gestern um 18:07 Uhr die dpa-Meldung “Klinsis Käfer bei Internet-Auktion auf Berg- und Talfahrt” über den Ticker reinkam, war die Meldung heute bei mehreren Online-Medien nachzulesen. Unverändert. Das war stern.de aber offenbar zu langweilig – also wurde Am Baumwall 11 in Hamburg jemand damit beauftragt, eine spannendere Überschrift zu texten und an die Meldung noch flugs einen Vorspann anzuflicken. Tadaa! Und so sieht das dann aus:
Klinsmann-Käfer
Zugegeben: Schon die dpa-Meldung hat die Bezeichnung “Meldung” eigentlich nicht verdient. Aber für “Verwirrung um den Klinsmann-Käfer” sorgt vor allem stern.de selbst: Denn anstatt die eigene Cliffhanger-Frage “Was war passiert?” aus dem Teaser auch zu beantworten, wirft die Redaktion lieber noch paar zusätzliche Details in den Raum (“Einige Stunden später lag das Gebot plötzlich nur noch bei der Hälfte dieser Summe.” “Zeitweise wurde die Auktion sogar gesperrt.”) Erklärendes zum Warum, Weshalb, Wieso? Fehlanzeige. Dann wäre die Geschichte ja aber auch nicht mehr so schön “undurchsichtig”.

Klar hätte man bei dpa oder stern.de auch einfach mal selbst bei der Auktion vorbeischauen können. Dort steht schließlich schon seit dem in der Meldung erwähnten Samstag folgender Hinweis:

Vielen Dank für Ihr Interesse an der Auktion.
Leider haben einige unseriöse Bieter Gebote abgegeben.
Damit ernsthafte Bieter eine Chance haben und dies nicht wieder vorkommt, können
Gebote erst nach erfolgreicher Durchführung der Bieteranmeldung abgebeben werden.
Alle Informationen dazu finden Sie auf unserer MICH-SEITE.

Und auf dieser MICH-Seite steht:

Liebe Bieterin, lieber Bieter,

wir freuen uns sehr über Ihr Interesse dieser Versteigerungen.
Leider wurden schon Gebote abgegeben, die nicht ernst gemeint waren.
Damit dies unterbleibt, und nur ernsthafte Bieter eine Chance haben bitten
wir Sie folgendes zur Kenntnis zu nehmen:

Sie können Gebote nur abgeben, wenn Sie sich vorher mit uns in Verbindung setzten.

Unseriöse Angebote von nicht angemeldeten Bietern wurden also offenbar einfach aus der Gebotsliste gestrichen. Passiert bei solchen prominenten Auktionen übrigens ständig, das war auch schon beim Papst-Golf und der “TheMillionDollarHomepage” so.

Oder man greift einfach gleich zum Telefonhörer und ruft mal bei eBay an, wie es der Kollege von RP Online offenbar gemacht hat. Und schon liest sich das Ganze so:

Am Samstagmittag waren als 178. Gebot für das Klinsmann-Auto 301.150,00 Euro angegeben. Einige Stunden später lag das höchste Gebot allerdings nur noch bei 168.450,01 Euro. Zu dieser Zeit war die Seite wegen vorheriger unseriöser Angebote bereits für den normalen Biet-Vorgang gesperrt, wie der Anbieter auf der Seite vermerkt hatte. Eine eBay-Sprecherin erklärte, dass nur noch mitbieten könne, wer sich explizit dafür akkreditiere. Einige Gebote seien als unseriös erkannt worden, andere seien zurückgezogen worden, weswegen der Preis wieder gesunken sei.

Geht doch.

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