Ode an die Schadenfreude

Sehe ich das richtig? irgendwann im Juli telefoniert der Aktionskünstler Johannes Kreidler mit der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), um sie darauf vorzubereiten, dass er aus Protest gegen das in Deutschland geltende Urheberrecht beabsichtigt, am 12. September eine Werksanmeldung für ein 33-sekündiges Musikstück mit insgesamt 70.200 Einzelnachweisen für die verwendeten Fremdzitate einzureichen. Und heute, einen Tag vor der Aktion und nachdem sich der arme Kerl gute sechs Wochen lang beim Ausfüllen der 70.200 Anmeldebögen einen akuten Schreibstarrkrampf mit offener Sehnenscheidenentzündung geholt haben dürfte, teilt ihm die GEMA per Pressemitteilung folgendes mit:

Gesonderte Anmeldeformulare für jedes genutzte Originalwerk sind allerdings nicht erforderlich. In Fällen, in denen die Formularvorlage hierfür nicht ausreichen sollte, besteht die Möglichkeit, der Anmeldung eine entsprechende Anlage beizufügen.

Natürlich ist mir klar, dass es Kreidler zu demonstrativen Zwecken eben genau um diese schiere Menge an Formularen ging. Das schadenfrohe Kichern des kleinen Teufelchens auf meiner Schulter will deshalb trotzdem nicht verstummen.

[via]

2 Comments

  • torri
    11. September 2008 - 16:05 | Permalink

    @marco: hast du nicht gelesen, was kreidler darauf auf seiner website geantwortet hat? das sind alles faule ausreden der gema, kreidler muss die 70200 formulare einreichen, denn werke mit fremdzitaten kannste nicht online anmelden.

  • 11. September 2008 - 17:07 | Permalink

    Ich verstehe die Pressemitteilung so, dass bei der Werksanmeldung nicht für jedes Zitat ein eigenes Formular eingereicht werden müsste, sondern diese als Anlage der eigentlichen Anmeldung beigefügt werden könnten. Das scheint sich aber auf den konventionellen Papier-Weg zu beziehen.

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